Reisetagebuch Teil 60…und ein paar Bierchen dürfen da natürlich auch nicht fehlen
So verabschieden wir uns vorerst wieder von unseren lieben Freunden und Gastgebern, Wally and Naida, und fahren nach Nelson. Unsere Mission ist nochmals ein Schlauchboot zu kaufen, denn das letzte ist schon kaputt gegangen…Made in China, wen wunderst Obwohl sich im Ort ein Walmart befindet, können wir leider keines mehr ergattern…jaja, der Sommer neigt sich langsam dem Ende entgegen…und somit auch deren Sortiment und Angebot…
In Canada, speziell BC (British Columbia), bieten sich so viele Traumspots zum Fischen. Doch meist sind die Flüsse und Seen so riesig, dass es vom Ufer aus relativ schwierig ist…Mit einem Schlauchboot würden sich unsere Chancen und Möglichkeiten weitaus verbessern
Unsere erste Nacht verbringen wir beim Mirrow Lake…bevor es dann schliesslich zu unserem Traumspot, dem Box Lake geht…Patrick hat einen neuen, besten Freund, doch die böse Monika vertreibt ihn mit der Kameralinse vom Steg…jaaaa, ein niedlicher Kerl…bestimmt ein verwunschener Prinz und ich habe ihn einfach vertrieben!!!
Das Wetter ist zwar nicht perfekt, doch nichts desto Trotz ideal zum Fischen…Patrick zog 2 nette Forellen an Land, doch als er sie ausnehmen wollte, waren sie voller weisser, hässlicher Würmer…da ist uns erstmals der Appetit auf leckeren Fisch vergangen…zum Glück haben wir noch reichlich Pasta in unserer Vorratsbox und eine grosse Dose selbstgemachtes Basilikum Pesto …lecker, lecker, so müssen wir auch heute nicht Hungern
Wir lieben diesen herrlichen Übernachtungsspot, mitten im Wald…was für ein Duft in der Luft liegt…tief durch die Nase einatmen und unsere Lungen mit der reinen Luft auffüllen…nachts ist es so friedlich, kein störendes Licht, kein nervender Lärm, ausser das Geschrei des Loons geht einem durch Mark und Bein oder frühmorgens die terrorisierenden Terrorhörnlis/Eichhörnlis…aber witzig, wir lieben es und müssen jedes Mal unweigerlich schmunzeln, obwohl sie einem manchmal um den Schlaf bringen…
Da der Wetterbericht sich zunehmend verschlechtert brechen wir nach nur 2 Tagen Peace auf, um nochmals die Rockies zu erkunden. Natürlich regnet es bereits bei Aufbruch, während der Fahrt und auf der Fähre wie aus Giesskannen…doch zwischendurch erleben wir auch trockene Abschnitte…Kaum haben wir Revelstoke verlassen, prasselt ein heftiger Platzregen vom Himmel und wie es sich gehört, fahren wir dem Wetter angepasst und nehmen den Fuss vom Gaspedal…doch nichts desto Trotz, wird man von allen und jedem überholt. Ich bin immer wieder verblüfft, wie viele guuuute Autofahrer Canada hat …kurz danach kommen wir in einen riesigen Stau. Mein erster Gedanke natürlich: ein Unfall! Naheliegend, bei so vielen Kamikaze-Fahrern! In etwa einer Stunde kommen wir gerade mal wenige KM vorwärts, doch später stellt sich heraus, dass es sich um eine oder eher mehrere Baustellen handelte. Die Allerschlimmsten sind einmal mehr die gestressten Truckfahrer. Egal, ob es sich um eine Baustelle mit nur einer Fahrspur und Tempolimit handelt, die schaffen auch dies erfolgreich zu ignorieren, überholen rücksichtslos und drängen einem von der Fahrbahn…
Normalerweise fahre ich nicht ungern Auto, aber heute ist definitiv ein Tag, an dem ich die Kiste lieber irgendwo stehenlassen würde…
Genervt und gestresst kommen wir dann doch noch heil in Golden an, wo wir für heute unser Nachtlager aufschlagen…wir sind zu müde, um noch weiterzubrettern…Was für ein guter Entscheid, so haben wir trotz allem noch einen sehr gemütlichen Abend mit Didi, Christa und Margret…einem netten deutschen Paar und Didis flotter Mutter…süss, die Drei, die haben uns den Tag gerettet
Am nächsten Morgen brechen wir auf…das Wetter ist ziemlich triste…und es hat uns noch immer zuviele Menschen. Unterwegs hätten sich sicherlich einige Spots gelohnt eine Pause einzulegen, doch die Parkplätze sind so was von überfüllt, dass sie entlang der Strasse beginnen zu parkieren. So kann man sich vorstellen, dass es noch immer ziemlich überlaufen sein muss…wir kapitulieren und fahren auf ziemlich direktem Weg nach Banff. Wir wollten bei unserem Lieblingscampground, dem Two Jackman lakeside übernachten, doch obwohl nicht alle Plätze vergeben sind, kriegt man aus Prinzip ohne Reservierung keinen Spot mehr. Für die Reservierungsgebühr verlangen sie 5 Dollar. Man kann jedoch nur telefonisch oder via Visitercenter reservieren, obwohl das Kabäuschen beim Gate tagsüber besetzt ist. Warum erhöhen sie nicht gleich den allgemeinen Tarif um 5 Dollar und ein jeder hat die Chance einen Platz zu bekommen???
So bleiben wir auch nur eine Nacht hier…Banff ist ein Chaos…eine geklonte Touristenstadt…Schickimicki da, Schickimicki dort…aus der man so schnell wie möglich wieder entfliehen möchte. Die Umgebung wäre natürlich idyllisch, wären da nicht so viele Touristen und wäre das Wetter ein Spürchen besser…
Einmal mehr ändern wir unsere Pläne. Frühmorgens verlassen wir Banff, und die Rockies via Lake Louise, Golden, Revelstoke…unsere Mission noch immer: ein Schlauchboot erwerben, denn wir wollen irgendwo Ruhe und Erholung finden, weit weg von diesen hektischen Massentouristen und endlich FISCHEN!!! So machen wir einen riiiiiiiiiiiiiiiiiesen Umweg nach Vernon, wo wir einen riiiiiiiiiiiiiiiiiiiisigen Walmart, Canadian Tire, etc, vorfinden…ALLES, NUR KEIN DHINGI!!! Wir fräsen gefrustet viele Km und verheizen eine volle Tankladung an Benzin…um die 700km…bevor wir erledigt nochmals eine Nacht am Box Lake verbringen. Doch wie gesagt, ohne Schlauchboot ist auch hier das Fischen ziemlich schwierig, zudem das Würmer Problem…iiiiiiiiiiigit!!!
So gedenken wir an den Jewel lake zu gehen, doch da Grand Forks auf dem Wege liegt, entscheiden wir noch eine Nacht dort bei unseren Freunden zu verbringen und nochmals unsere Lebensmittelvorräte aufzustocken. Als wir ankommen legt ein grosser Stromausfall die gesamte City lahm. Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen, einige wenige haben geöffnet. Anstatt mit Kreditkarte (was die meisten Canadier bevorzugen) zu bezahlen, geht nur cash und anstatt mit dem Scanner alle Artikel zu erfassen und die Preise zusammenzuzählen, müssen sie auf das Altbewährte wie Kugelschreiber, Schreibblock und Taschenrechner, zurückgreifen…Cash ist auch ein gutes Stichwort, natürlich haben die Banken geschlossen und die Bankomaten funktionieren bis auf weiteres auch nicht…Herrlich, da haben sie einmal einen Stromausfall und nichts geht mehr…schon erschreckend zu sehen und zu erleben, wie abhängig wir sind…Immerhin, die Alkohol-Läden sind geöffnet!!! Was würde auch ein nüchterer Canadier ohne seine tägliche Ration Bier machen?!?!?!
Als wir bei Wally und Naida eintreffen, erzählt uns Naida, dass ihre 38-jährige Nichte (Amy) das 2. mal nun an Krebs erkrankt ist. Aber diesmal so ganz überraschend und ziemlich heftig und aggressiv. Innerhalb von nur einem Monat wechselte ihr Gesundheitszustand von kerngesund zu todkrank!!! Sie ging nur zum Arzt, weil sie ein “Herzbrennen” verspürte, sich aber ansonsten fit, wohl und gesund fühlte…Dann die schockierende, vernichtende Diagnose: Krebs, fortgeschritten, Metastasen bereits in mehreren Organen, etc…alles, was man nicht hören möchte und noch weniger wahrhaben. Medikamentös verabreichen sie ihr schon Morphin, gegen die Schmerzen…
Am Abend wird der gesamte Family Clan zusammengetrommelt und gemeinsam beraten sie, was zu tun ist…Das heisst genau, Naidas Geschwister kommen und gemeinsam wollen SIE darüber abstimmen, ob Amy nun eine Chemo machen soll, oder ob sie einen Alternativen Weg zur Therapie wählen soll, resp. darf…?!?! Irgendwie schräg…Bei dieser Diskussion ist weder die direkt Betroffene, noch ihr Ehemann, noch ihre Eltern oder Schwiegereltern dabei, aber die andern wollen über deren Schicksal “ab-/bestimmen”?!?! Irgendwie können wir es weder verstehen, noch nachvollziehen… Aber egal, müssen wir auch nicht, schliesslich sind wir keine Familienmembers und halten uns da mal schön raus…
Obwohl wir Amy nicht kennen, macht uns ihr Schicksal natürlich sehr betroffen…Sie ist erst 38 Jahre alt…noch sooooo jung…hinterlässt 3 kleine Kinder und ihren Ehemann…
Traurig, nur einen Tag oder 2 Tage später erhalten wir die schreckliche Nachricht, dass Amy den schrecklichen Kampf gegen den aggressiven Krebs bereits verloren hat…wie schrecklich!!! Unser Beileid
Solche traurigen, erschütternden Schicksale zeigen uns einmal mehr auf, dass dies was wir jetzt tun GENAU DAS RICHTIGE ist!!! Warum immer warten und immer alles auf SPÄTER verschieben?!?! SPÄTER kann oft schon ZU SPÄT bedeuten!!! Wie viele hatten noch so viele Träume, Wünsche, Ziele und Sehnsüchte, die sie eigentlich zu ihren Lebzeiten gut realisieren hätten können, haben sie aber trotzdem nicht verwirklicht, weil ihnen der Moment vielleicht doch nicht ganz so perfekt erschien oder sie immer wieder einen Grund der Entschuldigung voranschoben, um es nicht realisieren zu müssen?!?! Und je älter wir werden, umso mehr halten wir an unseren Sicherheiten und Gewohnheiten fest…ja nichts mehr Neues…ja nichts mehr riskieren….ja keine Veränderungen…
Jedem seine eigene Entscheidung…mach es oder lass es…beides ist okay, wenn du dann nicht jammerst: ja hätte ich doch und es dann im nachhinein bereust, es nicht gemacht zu haben…obwohl du es dir doch sooooooooooo gewünscht hattest!!!
Der Jewel Lake liegt einiges höher als Grand Forks uns so frieren wir uns ziemlich den Hintern ab. Vor allem wenn man nachts den kuschligen Schlafsack verlassen muss, um auf die “Toilette” zu gehen…brrrrrrrrrrrrrrrr….die Zähne klappern…doch immerhin werden wir von einem grandiosen Sternenhimmel belohnt…
Da das Wetter nicht sehr berauschend ist, wir nicht fischen können und es zudem einfach zu kalt ist, fahren wir weiter, resp. wieder zurück zum Vaseux Lake…Wir nutzen nochmals die letzte Gelegenheit beim öffentlichen Schwimmbad in Oliver zu duschen, denn danach ist Saisonschluss für dieses Jahr…dann müssen wir uns eine andere Säuberungsmöglichkeit suchen…
Herrlich, wieder zurück…wir geniessen es direkt am Wasser des Sees zu sitzen, mit der Fischerrute in unserer Hand (in der anderen natürlich das kühle, erfrischende, wohlschmeckende Kelowna…unser Lieblingsbier ) und darauf warten, bis etwas beisst. Dass ist jeweils total spannend, denn mal ist es ein Egli, ein riesiger, hässlicher Aasfresser, ein Sunfish, ein Catfish, ein Bass, eine Schleie oder eben eine Schildkröte…haben wir also alles schon an unseren Haken gehabt und an Land gezogen
…anscheinend lieben sie alle unsere leckeren Shrimps!!!
Wir bleiben nur gerade mal 2 Nächte, dann haben wir schon morgen früh mit unseren Freunden von Penticton abgemacht, Dick and Eileen…Sie haben uns eingeladen übers verlängerte Wochenende sie zu ihren Cabins zu begleiten. Vor 2 Jahren hatten wir schon die Ehre, an ihrem Familientreffen dort teilzunehmen. Herrlich, es ist erst Mittwoch und wir geniessen die Ruhe direkt am Kettle River, im Christin Valley…die gemütlichen Campingstühle stellen wir direkt in den Fluss, um uns etwas abzukühlen…und bei richtigen Canadiern darf das kühle Bier nie fehlen, denn es ist immer time for a beer…und egal um welche Uhrzeit es sich handelt, es ist nie zu früh sich eines zu genehmigen, denn es ist immer 5 Uhr irgendwo …was für eine gute Lebens-Einstellung!!! Hab ich’s doch gewusst!!!
Jeden Tag trudeln mehr Familienmembers ein…Da es sich um ein riesiges Grundstück handelt, umgeben von vielen Tannen und einem Fluss, hat ein jeder genügend Platz, um seine eigene Cabin (Blockhütte) aufzustellen, seinen Trailer, Camper oder was auch immer zu platzieren…Wir mit unserem riiiiesigen Wohnmobil finden natürlich locker ein lauschiges Plätzchen
Schlussendlich sind wir etwa 20 bis 30 Leute…Dick und Eileen (der Patron)…deren Kinder und Enkelkinder (Charly, Jenny, Lena and Henry…und Lindy, Leo and Edi)…Bruder Jamie & Frau…Schwester Kathy, Mann und Kindern…und noch einige Freunde und Kollegen…
Tagsüber wird gefischt, geschossen, oder einfach mit den Quads oder dem Töff rumgedonnert…viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel getrunken und gelacht…Wie gesagt, die Canadier sind für uns die “mit dem grössten Durst”…wenn ihr wisst, was ich meine?!?! Wenn sie sich auch kaum mehr auf den Beinen halten können, es selber nicht mehr schaffen sich ein weiteres Bier zu besorgen, dann fragen sie einfach freundlich, den, der gerade am nächsten neben ihnen steht oder sitzt, ob er ihnen einen Gefallen machen könne, und Nachschub besorgen würde, denn die Kehle sei so unerträglich trocken…
Gemeinsam gingen wir mit Dick und Eileen zum Pete Lake zum Fischen. Das Wetter ist ziemlich unstabil, windig und kühl… eigentlich perfekt…Mit Dicks 4×4 Truck ist es kein Problem, die Schotterstrasse hochzukommen. Sicherheitshalber fragt er über Funk nach, ob ein Log-Truck (beladen mit vielen Baumstämmen) zur Zeit gerade auf dieser Strecke unterwegs ist…doch die Fahrbahn scheint soweit frei zu sein…wunderbar…
Wir laden zuerst unsere zwei Ruderboote vom Truck runter, dann kann’s losgehen…Maximal darf eine Person pro Tag 6 Forellen fangen…Sind wir mal gespannt…Dick und Eileen sind clevere Fliegenfischer, denn sie scheinen ziemlich erfolgreich zu sein. Bei uns hingegen tut sich nicht wahnsinnig viel……Wir haben leider keine leckeren, stinkigen Shrimp-Köder dabei. Patrick zieht 2 Forellen ins Boot, bei mir dauert schon ein bisschen länger. Ich opfere mich lieber fürs Rudern, denn dies gibt mir zumindest warm
Nach 6 Stunden haben unsere erfolgreichen Glücksfischer ihr Tagespensum erreicht, 12 Fische, 12 Forellen!!! Nicht schlecht…Ein Gewitter scheint sich zusammenzubrauen und wir machen uns langsam auf den Rückweg, um an Land zu gehen. Und kaum mehr zu glauben, nach 6 Stunden fange ich doch noch ein Prachtexemplar von einer Forelle!!!
Dick und Eileen breiten ihren Fang schon auf dem Steg aus…hm, wir zählen nur 10??? Haha, was für Angeber doch nach genauerem Nachschauen kramen sie doch noch zwei kleine, kümmerliche Exemplare aus dem Jutesack…haha, wir haben dafür nur 3, aber die 2 Grössten und sie haben zwar stolze 12, dafür die Kleinsten
hahahahaaaaaaa…unsere Ehre ist mal wieder gerettet!!!
Abends geniessen wir jeweils alle zusammen ein herrliches Lagerfeuer…eine tolle Stimmung…Jamie’s Freund “Diesel” genannt (weil er immer danach gerochen hat…) ist anwesend mit seiner Frau und seinen beiden Teenager-Töchtern. Die beiden Girls unterhalten uns am Feuer mit ihrem tollen Gesang und Gitarrenbegleitung…Hut ab!!! Beide Eltern sind zwar auch Musiker mit Leib und Seele, spielen beide in einer Band, also ist es kein Wunder, dass sie dieses Talent in ihren Genen haben. Dennoch finde ich es sehr beeindruckend, wie sie zum Teil ihre eigenen Songs schreiben und komponieren…wie gesagt, HUT AB!!!
Dick und Eileen wollen uns zwar direkt nach dem verlängerten Wochenende zu sich Nachhause einladen…einfach unglaublich nett…so wie wir dieses Wochenende auch genossen, geschätzt und geliebt haben, mit all diesen netten, liebenswürdigen, witzigen, herzlichen, unkomplizierten Menschen, so sind wir doch auch froh, wieder “unseren eigenen Fahrplan” zu haben…Wir wissen es zu schätzen, konnten wir diese Tage ohne Kopfschmerzen und ohne Hangover bestehen… …jaaaaaaaaaaaaaaa, vielleicht ein paar Lachfalten mehr, aber die nehmen wir ja gerne in Kauf!!!
Dieses Jahr wollen wir ja unbedingt den Salmon Run sehen. Jedes vierte Jahr muss ein besonders grosser Run stattfinden und wir haben Glück, denn dieses Jahr soll so ein imposantes Jahr sein. Wir wissen in etwa wo und plus minus der Run stattfinden soll, doch nicht ganz genau. So suchen wir in Salmon Arms das Visiter Center auf um Genaueres ausfindig zu machen. Die nette Dame meint, dass der Höhepunkt des big runs erst Ende September/Anfang Oktober beim Adams River/ Adams Lake stattfindet. Weil der nationale und internationale Besucherandrag mittlerweile so gross sein muss, haben sie extra für dieses grandiose Spektakel eine grosse Tribüne errichtet.
Aber nur wenige Kilometer weiter befindet sich der Scotch Creek, dort soll es nun bereits einige Lachse haben, die zum Laichen vom Meer zurückwandern. Voller Vorfreude fahren wir los und sind ab diesen rot verfärbten Lachsen schon mächtig fasziniert. Wenn der Höhepunkt des Lachs-Runs sein soll, soll der gesamte Fluss rot sein. Sicherlich sehr beeindruckend…Die Männchen befruchten hier noch ein letztes Mal ihr Weibchen, dann verkrümmt sich ihr Mund, so dass sie keine Nahrung mehr aufnehmen können und verenden…Die Weibchen laichen dann im Fluss, bevor sie sich später wieder auf den Rückweg zum Meer machen…schon faszinierend, unsere Mutter Natur…
Wir sehen zwar im Adams River noch keinen Lachs zurückkehren, doch bauen die “Indianer” (auch First Nations oder Aborigines genannt) schon ihre Räucherzelte direkt am Flussbett auf. Sie haben noch immer gewisse Sonderrechte, wie Fischen und Jagen gehören zu ihren Grundrechten, sie benötigen weder eine Lizenz, noch müssen sie sich an irgendwelche Regeln, noch Schonzeiten halten…
Für uns steht fest, wir wollen unbedingt etwas später nochmals hierher zurückkehren und mit unseren eigenen Augen sehen und miterleben, wie sich der gesamte Fluss rot verfärbt, weil er gefüllt ist von den Lachsen…
Die nächste Nacht verbringen wir beim Paul Lake, Nähe Kamloops…es regnet und ist kaaaaaaaaaalt. Doch kurz vor dem Eindunkeln lässt der Regen doch noch nach und wir stellen uns auf den Steg zum Fischen. Jaaaaaaaaaaaaaaaa, i catch one
Da ich im Dunkeln keine Lust mehr zum Kochen habe, verspeisen wir die leckere Forelle zum Frühstück…lecker, lecker…(so mancher, der sich seit Jahrzehnten gewohnt ist, jeden Morgen sein Konfibrötli zu verspeisen, wird beim Lesen nun sicherlich gleich die Nase rümpfen )
…und bei diesen Temperaturen müssen wir ja auch nicht befürchten, dass das Eis über Nacht in unserer Kühlbox schmilzt …jaja, wie immer hat alles immer zwei Seiten…einen Vorteil und einen Nachteil…ohne das eine, nicht das andere…so wie das Yin and Yang…die schlauen Chinesen wussten es schon laaaaaaange
Nach langem hin und her überlegen, fahren wir wieder in Richtung Süden. Nördlich von Merritt landen wir ganz zufällig beim Helmerlake, einem gratis Recreation Site. Ein Traumspot!!! Im Hochsommer sicherlich nicht ideal, da kaum schattenspendende Bäume vorhanden sind, doch da die Temperaturen im Moment ziemlich einen erfrischenden Charakter haben, just perfect…direkt am Wasser und keine Nachbarn…
…und kaum zu glauben, ICH ziehe sogar einen herrlichen Fisch an Land…yummi…frischer kommt er selten in die Pfanne…Da wir nur eine einzige Brat-/Grillpfanne in unserem Sortiment vorzuweisen haben, muss der Kopf weg, damit der Leckerbissen genügend Platz in der Pfanne findet…Natürlich geb ich Patrick auch ein Stücklein von der Forelle ab, denn sonst “ernährt” er mich ja meistens mit seinem Fang
Da sich der See auf etwa 1300 Metern befindet, kühlt es sobald sich die Sonne hinter dem Horizont verzieht, noch mehr ab. So verschwinden wir rasch in unserer Wohnung und lesen noch ein bisschen, bis der Strom eben aus ist (Tablett/Laptop)…Mein Schlaf wird dann aber von heftigen Bauchkrämpfen gestört…Super, der ideale Ort und die ideale Zeit, um nun auf die “Toilette” zu gehen!!!
Zudem ist es stockdunkel und eisig kalt….ja, nun ist guter Rat teuer…Wir haben zwar eine Schaufel im Auto, aber jetzt ein Loch schaufeln??? Hm, eine andere Lösung muss schnell her…PLASTIKTÜTEN!!! Zum Glück haben wir jede Menge davon …Jaaa, zur Not geht auch das…frier mir zwar beinahe meinen Hintern ab, aber der grandiose Sternenhimmel entschädigt mich dafür…und die Koliken lassen auch irgendwann nach, nachdem ich ein weiteres Mal “vor die Tür” musste…wie ein Hund!!!
Die Morgenstimmung ist gewaltig!!!…Dicke Nebelschwaden liegen über dem Wasser und über der Natur und dem Campingtisch liegt ein feiner Reif…die Sonne kämpft sich durch die Wolken…einfach eine magische, mystische Stimmung und dazu eine herrliche Ruhe…
Da es aber eiskalt ist, brechen wir ohne Kaffee und ohne Frühstück auf…Merritt liegt wesentlich tiefer. Dort nutzen wir eine öffentliche Anlage, um unser verspätetes Morgenessen nachzuholen.
So lernen wir Miriam und Duffy kennen und Plauderten ausgiebig. Sie erzählt uns ihre halbe Lebensgeschichte…denke mal, die liebenswürdige, arme Frau ist ziemlich einsam…
In der Nähe von Princeton finden wir nochmals einen free Campingspot…direkt an einem Fluss, doch Gold enthält er keines…Keremos ist eines der wichtigsten Früchte-Anbaugebiete BC’s. So decken wir uns nochmals mit frischen Äpfeln, Pflaumen, Zwetschgen, Pfirsichen, Aprikosen und Tomaten ein…was für ein Schlemmerparadis
Wir erkennen ein uns bekanntes Gesicht und können es kaum glauben, dass WIR hier jemand kennen! Es ist der nette Herr, ein pensionierter Inder, aus der Wäscherei in Grand Forks…ist ja nur etwa 2,5 bis 3 Stunden von hier entfernt…herrlich, er und seine Frau sind auf dem Weg nach Vancouver, um ihre Tochter zu besuchen und sie halten immer an diesem Früchtestand, weil es ihrer Meinung der Beste sein soll…Also denkt dran, falls ihr mal in der Gegend seid “Mariposa” (ist spanisch und bedeutet: Schmetterling) ist die beste Adresse haha und wir haben sie auf Anhieb gefunden! Wie clever wir doch sind
Da eine Kaltfront reingekommen ist, entscheiden wir uns, wieder zurück ins Okanagan, zum Vaseux Lake zu fahren…tagsüber herrlich warm und die Nächte merklich milder…und wieder direkt beim Camp Spot fischen…So decken wir uns wieder mit frischen Shrimps ein, weil es einfach die effizientesten und günstigsten Köder sind. Und los geht’s, wie gewohnt, das Bier in die eine und die Angelrute in die andere Hand
Woran kann man erkennen, wann es wirklich zu kalt ist??? Geeeeenau, dann, wenn man keine Lust mehr auf ein kühles Bier verspürt……hahaha…wie wahr…wie wahr…
Canada oder besser gesagt, die Canadier sind ja schon witzig!!! Neben uns befindet sich eine nette Familie…ein Paar, so in unserem Alter, noch nicht so lange zusammen und ihr adoptierter 8 jähriger Sohn. Da der Mann auch eifrig am fischen ist, aber nie wirklich was Nennenswertes am Haken hat, bieten wir ihm unsere Shrimps an. Patrick gibt ihm noch ein paar Tipps, daraufhin meint er, er sei seit Geburt auf dem einen Auge komplett blind und auf dem anderen sehe er noch etwa 50%…uups, tragisch…
Im Dunkeln, nur mit Hilfe des Lichts aus unserer kümmerlichen Taschenlampe, muss Patrick dann die leckeren Fische filetieren und ich dann brutzeln (…dies nennt man Jobsharing )…ein etwas später Snack, aber göttlich, denn wirklich frischer Fisch ist einfach unglaublich lecker…
Am Morgen erfahren wir, dass nachts ein Schwarzbär herumgeschlichen ist und nach Futter suchte…das heisst aber auch, wenn er fündig wurde, dann kehrt er mit 99%-iger Sicherheit wieder zurück. Wieso soll er auch etwas an seinem Beuteschema ändern, wenn er so leicht an sein Futter kommt???? Nachteil, ein “gefütterter” Bär ist zugleich auch ein toter Bär…
Ein jeder weiss, oder sollte wissen, wenn man in einem Bärengebiet ist, muss man nachts alles wegräumen, was einen Bären mit deren Geruch anziehen könnte…Pflichtbewusst wie wir sind, räumen wir immer alles feinsäuberlich zusammen und verstauen alles in unserem Auto.
Um 5 Uhr morgens rumpelts und schepperst. Unser Nachbar hat anscheinend Besuch gekriegt. Wir wussten gleich, dass es sich um diesen angeblichen Bären handeln muss…
Durch die verdunkelten Glasscheiben unseres Vans kann ich natürlich nichts erkennen…die Taschenlampe finden wir auch nicht auf Anhieb…Doch neugierig wie ich bin, öffne ich mal vorsichtig die Schiebetüre…
Nichts zu erkennen, denn unser Augen müssen sich zuerst einmal an die Dunkelheit gewöhnen. Dann sehen wir eine Kühlbox auf dem Boden stehen (die hat der ungebetene Besucher anscheinend vom Tisch runtergestossen). Wir sehen nur, wie sich der Deckel der Box öffnet, aber keinen Bären…hmmmm…ist es nun doch nur ein Waschbär oder so???
Dann finden wir endlich die Taschenlampe und zünden in seine Richtung. Nun sehen wir was Grosses wegrennen, dann abrupt stehenbleiben und in unsere Richtung schauend. In der Dunkelheit funkeln seine Augen wie 2 Diamanten…dann macht sich doch dieser Frechdachs wieder auf den Weg in Richtung Kühlbox…Ja, der hat nun ganz bestimmt Futter gerochen und das Wasser ist ihm sicherlich längst im Mund zusammengelaufen…bei so einer gefüllten Futterbox…was für ein Schmaus!!!
In diesem Moment hören wir, dass die Nachbarn wach sind und den Reisverschluss ihres Zeltes öffnen wollen…Wir rufen ihnen zu, dass sie noch etwas warten sollen, denn der Bär befindet sich nur etwa 2 Meter von ihnen entfernt…
Ein weiteres Mal verscheuchen wir ihn mit unserer Taschenlampe, dann springen die 3 in Panik aus dem Zelt und finden “Sicherheit” in ihrem nebenan parkierten Auto. Witzig ist ja, sie haben zwar einen stattlichen Hund, doch der hätte im Zelt nur die Ohren gespitzt und keinen Laut von sich gegeben. Was für ein Angsthaaaase
Sie haben den Bären nicht gehört, erst als wir die Schiebetür unseres Vans öffneten, wurden sie wach…was für ein Wachhund, Schützer und Behüter?!
Eigentlich drückt uns schon ewig die Blase und eigentlich hätten wir schon längst raus auf die Toilette gesollt, aber nun da wir mit Sicherheit wissen, dass sich hier ganz in der Nähe ein Bär aufhält, verklemmen wir’s uns noch bis die Morgendämmerung einbricht…
Aber herrlich, so erlebe ich dieses Jahr einen ganz besonderen Geburtstag Mister Petz besucht mich “persönlich”
cooool…
Wir staunten ja nicht schlecht…Die Familie neben uns räumt ihr Zelt und ihr Campingequipment zusammen. Die Partnerin des “Viertel-Blinden” hat ja auf dem Campingspot bereits ihr Fahrzeug parkiert, aber dann fährt ER noch einen mächtigen Pickup Truck auf den Platz!?!?!? Aber hallo, wie ist denn das möglich?!?!? Zur Erinnerung: ER sieht auf dem einem Auge gar nichts und auf seinem anderen nur noch etwa 50%!!! Wieso um HIMMELSGOTTSWILLEN fährt er denn ein eigenes Fahrzeug…Dieses Wissen gibt mir nun noch mehr Vertrauen, wenn ich mich hinters Steuerrad setze und unser Fahrzeug auf die Strasse manövriere…unglaublich, er ist ja in seinem grossen Monster-Truck relativ gut gesichert, aber alle anderen Verkehrsteilnehmer??? Ohhhh waiaaaaaaaaaaaaaaa…
Um 4 Uhr Nachmittags treffen wir uns mit Dick und Eileen, zum gemeinsamen Essen. Doch vorher müssen wir in Penticton noch die öffentlichen Bäder aufsuchen, damit wir mal wieder duschen können und danach uns etwas aufbrezeln schliesslich wird man ja nur einmal im Leben 44. und da wir schon seit Monaten nie mehr im Ausgang waren, ist es diese Mühe schon wert…
Im Cooper Mug Pub, mit echt kalorienreichem und authentischem Pub Food, verbringen wir einen gemütlichen, lustigen Abend…klar, ein paar Bierchen gab’s auch, um die fetten Kalorien runterzuspülen Immerhin wohnten unsere canadischen Freunde in Laufdistanz, so konnten wir gemütlich “Nachhause” laufen und uns danach in ihr bequemes Gästebett fallen lassen…
Am 11. Sept. verreist Eileen mit ihren 3 besten Freundinnen für 10 Tage nach Palm Springs…zum Golfen oder doch eher “nur” zum “Trinken”, denn der Alkohol ist im Nachbarland, der USA doch wesentlich billiger…Dick macht sich am Tag zuvor auf um ein Big Horn Sheep zu jagen und sie bieten uns an, während dieser Zeit ihr Haus und Garten zu hüten…
Machen wir natürlich sehr gerne, doch bis dahin verbringen wir nochmals 1 Nacht am Vaseux Lake…fischen again…und so treffen wir am übernächsten Abend wieder in Penticton bei unseren Freunden ein, nehmen alle Instruktionen und den Hausschlüssel entgegen…Es ist ja total lieb und unglaublich nett von den Beiden uns ihr Haus zu überlassen…(was für ein Vertrauen die in uns haben, wir könnten es ja in der Zwischenzeit verkaufen oder alle Schlösser auswechseln ), aber ehrlich gesagt fühlen wir uns trotz allem Feudalismus nicht wirklich wohl. Es ist was anderes, wenn man bei jemanden zu Besuch ist, aber so fühlen wir uns wie “Hausbesetzer”…zudem ist uns das Haus zu gross, wir sind uns nun so an unsere kuschlige, kleine, kompakte “Einzimmer-Wohnung” gewohnt, dass wir uns hier etwas deplatziert und verloren fühlen…Wir überlegen uns schon, ob wir doch nicht lieber in unserem Auto schlafen wollen, dass vor dem Haus parkiert ist…doch da die gesamte Strasse aufgerissen wurde, um neue Leitungen und Rohre zu verlegen, scheint uns dies angesichts des unangenehmen Lärms auch nicht wirklich eine Lösung zu sein…
Nach 5 Tagen, am Montag kehrt Dick wieder von seiner erfolglosen Jagt zurück. Immerhin hat er ein paar “Lauf-Hühner/Vögel” geschossen, auf englisch “Graus” genannt, doch ich muss sagen, so “grausig” wie sie tönen schmeckten sie also nicht!!! Da Dick sich auch nicht wirklich “Koch” nennen kann, bereite ich diesen unbekannten Vogel gerne zu und muss sagen, er schmeckt noch zarter wie ein Poulet…lecker…
Da wir Dick voraussichtlich für eine sehr lange Zeit nicht mehr sehen werden, genossen wir nochmals ein gemütliches Beisammensein…und wie immer gibt es so viel zu lachen…einfach herrlich!!!
Und diese Bilder täuschen…Dick hat diese bereits leeren Weinboxen rumstehen gehabt und er wollte Eileen ein Foto von unserem gemütlichen Abend nach Palm Springs verschicken…und zudem noch ein Versuch mit dem Selbstauslöser…jaaa, sieht so aus, als hätten wir schon mächtig einen an der Waffel doch ganz soooo schlimm wie es aussieht, ist es nicht