Reisetagebuch Teil 63…Mendoza, Tafi del Valle, Cafayate, Cachi, Purmamarca, Tilcara, Humahuaca…
4. November 2014…Welcome back BACKPACKING Heute Morgen früh heisst es wieder: Rucksack packen und buckeln…jaja, Monika und Patrick, das feudale Leben auf dem Schiff ist definitiv vorüber…
Mit der Metro geht’s wieder zurück in die Stadt, zum Busbahnhof (die beiden Tickets besorgten wir uns schon 2 Tage zuvor, so konnten wir sicher sein, dass wir auch 2 Sitzplätze kriegen). Die Busfahrt dauert von Valparaiso (Chile) nach Mendoza (Argentinien) rund 8 Stunden. Es ist wirklich eine wunderschöne, sehr abwechslungsreiche Strecke…Der Grenzübergang befindet sich auf einem Pass und es fegt ein zügig kalter Wind um unsere Ohren. Der Grenzübertritt verläuft dafür aber sehr einfach und unkompliziert…
Na ja, die Argentinier benötigen Touristen nötiger denn je, nachdem sie sich innerhalb von etwa 12 Jahren bereits das 2. Mal im Staatsbankrott befinden!!!…Wir dürften uns also 90 Tage ohne Visum im Land aufhalten…und sollten natürlich möglichst viiiiiiiiel Geld ausgeben
In Mendoza angekommen und welche Überraschung, kein einzige Geldautomat am Busterminal funktioniert! So machen wir uns ohne jeglichen Argentinischen Peso in unserer Tasche auf die Suche nach einer Unterkunft. Und da wir weder den Rucksack weit schleppen wollen, noch uns lange in Mendoza aufhalten wollen, suchen wir uns in der Nähe eine Bleibe. Zuerst wollten wir sogar nur eine einzige Nacht bleiben, doch wir waren irgendwie zu müde, um Morgen schon wieder weiter zu reisen, vor allem wissen wir ja noch gar nicht so genau WOHIN!!!…Aber das überteuerte und durchgelegene Bett hätten uns eigentlich keineswegs zu einer weiteren Nacht überreden können!!! Aber unsere Faulheit hat mal wieder gesiegt
Mendoza ist für eine Millionenmetropole sehr ruhig, entspannt und auch sehr grün, doch wir haben keine Lust auf Gross-Städte…es ist uns mehr nach kleineren Dörfern und ländlicherem Charakter zu mute…LAND-IDYLLE klein, nett, ruhig und überschaubar!!!
Die Menschen hier machen auf uns einen ziemlich deprimierten Eindruck (vielleicht liegt es aber auch nur am Stadtviertel ???). Ab dem späteren Vormittag sieht man in vielen Restaurants einzelne Männer vor jeweils einer grossen (1 Liter) Flasche Bier sitzen…Ihr Gesichtsausdruck verrät uns Resignation, Frust, Trauer, Enttäuschung und Melancholie…
Vor den Banken und den Geldautomaten bilden sich lange Warteschlangen, doch immerhin an Geduld scheint es den Argentiniern nicht zu fehlen…
2 Tage später entscheiden wir uns den Nachtbus nach Tucuman (17 – 8.15 Uhr) zu nehmen…Die Fahrt kostet uns rund 90 Dollar pro Person…Meine Blase ist manchmal schon erstaunlich, z.B. wenn die Bustoilette dermassen stinkt und versieft ist, kann sie zur Not auch mal locker 15 Stunden ohne Pinkeln durchhalten!!!
Immerhin hat der Chauffeur die ersten 8 Stunden der schweisstreibenen Fahrt den Aircon nicht eingeschalten (und Fenster konnte man leider keines öffnen ), so ging die gesamte Flüssigkeit die wir zu uns nahmen auf direktem Weg wieder über die Poren weg…Herrlich!!! Als es schliesslich ohnehin schon abkühlte, kam es ihm dann leider doch noch in den Sinn, dass er es ja ganz vergessen hatte die Kühlung einzustellen, umso eisiger wurde es dafür danach!!! Schlotter, Schlotter…da brachte auch die Fleece Jacke wenig Linderung…
Nach einem kurzen Frühstück und 1,5 Stunden Wartezeit, nehmen wir gleich einen weiteren Bus (2,5 Stunden) nach Tafi del Valle…Ein kleines, idyllisches Dörfchen auf 1800 m….Nachdem wir eine Stunde benötigten um eine Unterkunft zu finden (weil wir natürlich keinen Ortsplan hatten und wir somit einen Umweg gelaufen sind…), stossen wir auf das nette “El Angel” (der Engel)…wie passend!!! Nach der laaaangen Nacht und anstrengenden Reise machen wir eine ausgiebige Nachmittags-Siesta und schlafen tief und fest von 3-8pm!!!
Im kleinen Nest gibt es eigentlich nicht viel zu machen, aber DAS wiederum ist genau das Reizvolle!!! Den sonnigen Tag nutze wir um Wäsche zu waschen und zu lesen…
Mit sauberer Wäsche im Rucksack machen wir uns am 9.11.14 auf den Weg nach Cafayate (angenehme 4 Std. Busfahrt). Die kleine Stadt zählt etwa 15 000 Einwohner und liegt auf 1600 m. Zum einen laden die herrlichen Weingüter in der nahen Umgebung zu einem Besuch und Weindegustation ein und zum anderen liegt die traumhafte Quebrada de Cafayate vor der “Haustür”.
Zu Fuss besuchen wir zwei Bodegas (Weingüter), man könnte sich natürlich auch ein Fahrrad ausleihen und zu den etwas entfernteren Fahren (was ich vor 12 Jahren hier tat…). Es ist zwar nett, doch für eine Weindegustation fehlt uns doch der nötige Charme. Früher fand die Weinprobe direkt in den Weinkellern, zwischen den Holzfässern statt…war das herrlich!!! Danach radelte man etwas angesäuselt wieder zurück ins Dorf…
Wir kaufen uns stattdessen lieber eine Flasche Wein in der Weinhandlung und geniessen ihn in unserer gemütlichen Unterkunft. Weils uns hier so gut gefällt und wir uns im Hostel Benjamin so wohl fühlen, und Carlo und seine Frau so unglaublich nett sind, werden wir sicherlich noch ein paar Tage hier bleiben…
In dieser Region sind besonders der rote Tannat (& natürlich der Malbec) und der weisse, süffige Torrontes die Verkaufsschlager. Da wir diese Weine zuvor noch nicht kannten, mussten wir sie unbedingt probieren und welche Überraschung, sie schmeckten uns vorzüglich!!! (In Chile war’s der rote Carmenere)…und weiter erfreut es uns sehr, dass der köstliche Wein nur unwesentlich teurer ist als Wasser oder irgendwelche Süssgetränke
Einzig etwas gewohnheitsbedürftig waren die “Abend-Essens-Zeiten”. Vor 20.30/ 21 Uhr ist nicht viel zu wollen, da haben die meisten Restaurants noch geschlossen. Ausser man gibt sich mal wieder mit Pizza, Sandwiches oder Empanadas zufrieden HUUUUUNGER!!!
Tagsüber ist es hier heiss und staubig, besonders wenn noch der Wind durch die Sand-Strassen fegt….Da hilft nur eins: die “Klappe halten” und eine Brille aufsetzen…
Eines Nachmittags (denn dann sollen die Farben besonders schön und intensiv sein ) brechen wir mit einem Fahrer zu der Quebrada de Cafayate auf. Die “Schlucht” windet sich durch eine faszinierende “Marslandschaft”, rund 50 Km nördlich in Richtung Salta. Wir bestaunen die markanten Sandsteinformationen wie Los Castillos (die Burgen), El Obelisco (Obelisk), El Sapo (Kröte), El Fraile (Pater), El Anfiteatro (Amphitheater) oder El Garganta del Diablo (Teufelsschlund)…
Die karge Schönheit, die verschiedenen Farben und Formationen sind auf kein Bild zu bringen! Die starken Winde und Regen haben diese spezielle Landschaft geformt und geprägt…
Regen ist hier aber Mangelware…die äusserst freundlichen Menschen sehnen den kostbaren Regen herbei, denn je nachdem wem man nun Glauben schenken soll, hat es zwischen 7 und 9 Monaten keinen einzigen Tropfen geregnet!!! Wie kann da Mensch, Tier und die Weintrauben in dieser extremen Trockenheit und unglaublichen Hitze überhaupt existieren und überleben??? Es beweist mal wieder wie einige Lebewesen unglaublich anpassungsfähig sind, Wind und Wetter trotzen!!! Meinen Respekt!!!
Vor 12 Jahren lieh ich mir ein Fahrrad aus und fuhr morgens um 5 Uhr mit dem Bus in Richtung Norden und liess mich bei dem Teufelsschlund ausladen. Da sass ich nun alleine in der Dunkelheit und stärkte ich mich zuerst mit einem mitgebrachten Müesli-Frühstück aus meiner Tupperbox. Als es langsam hell wurde schwang ich meinen Hintern auf den Drahtesel und radelte gemütlich die etwa 50 Km nach Cafayate zurück. Herrlich, damals war ja kaum einer auf dieser Strecke unterwegs, kaum ein Auto, kaum ein Radler, kaum ein Bus, kaum ein Tourist…Es war für mich ein unvergessliches, einzigartiges Erlebnis!!! Ruhe & Friede pur, einzig die Sonne brannte einem auf den Kopf und der Wind blies einem um die Ohren, andere Geräuschkulissen gab es indessen kaum…
In einem kleinen Restaurant am Plaza lernen wir Ilona und Albert, ein äusserst nettes, charmantes Paar aus Lausanne kennen. Ilona spricht perfektes Deutsch, so rettet sie die sprachlich “schwierige” Situation…Es ist mir einmal mehr äusserst peinlich, dass ich nicht mal eine einfache Kommunikation auf französisch hinkriege aber das kommt davon, dass ich die Hausaufgaben immer abgeschrieben habe…Aber Französisch zu lernen steht noch weit oben auf der “to do”- Liste, was ich noch machen möchte, also besteht doch noch ein Fünkchen Hoffnung
…
Mit den Beiden verbringen wir einige gemütliche Stunden und reden über “Gott und die Welt”. Die Zwei verdienen unseren grossen Respekt, dass sie sich getraut haben alleine, individuell herumzureisen!!! Hut ab!!! Ilona verbrachte zuvor einen Monat in Spanien in einer Sprachschule, um sich den wichtigsten Wortschatz für die herausfordernde Reise anzueignen…und nun machen sie 2,5 Monate Süd-Amerika unsicher!!! Woooowwww!!! Bon voyage!!!
Ach ja, von den Beiden hören wir das erste Mal vom sogenannten “Dollar Blue”. Sie erzählten uns, als sie in Buenos Aires ankamen und auf einer Bank US-Dollars eintauschen wollten, weigerte sich der Angestellte der Bank, denn der Kurs sei so schlecht (im Moment kriegt man für 1 Dollar etwa 8-8,5 Argentinische Pesos). Stattdessen führte sie ein freundlicher Angestellter zu einer offiziellen/inoffiziellen “Dollar Blue- Wechselstube”, denn dort kriegt man um die (plus-minus) 13 Pesos!!! WAS FÜR EIN UNTERSCHIED!!! Wenn man Cash in einer anderen Devise hat, spart man in Argentinien um die 40%!!! Allerdings bieten nur wenige Städte diesen “Dollar Blue” Wechselkurs an…und zu allem Übel sind wir nur im Besitz eines Dollar-Not-Groschens…
Auffallend in diesem äusserst friedlichen Dorf ist die Polizeipräsenz entweder auf dem Fahrrad, Töff, Pferd, zu Fuss oder Auto…
Am Samstag-Abend dröhnt bis morgens um 6 Uhr eine Party-Veranstaltung, Musik und Unterhalter aus dem Lautsprechen (wir staunen nicht schlecht über deren Ausdauer und Durchhaltevermögen…)…heute scheint das gesamte Dorf auf den Beinen zu sein…Tanzen, Lachen und Singen ist angesagt…Zwar kriegen wir kaum ein Auge zu und bleiben solidarisch mit den Partygästen die gesamte Nacht (unfreiwillig) wach, doch wir gönnen ihnen den Spass und das Vergnügen von Herzen
Nachdem wir uns am Sonntag noch von der Party erholen müssen, brechen wir dann am Montag Mittag, 17.11.14 (früher fährt kein Bus) nach Angastaco auf…Hier endet der Busbetrieb…Zum Glück möchte auch noch ein Rudel Einheimische weiterreisen, so können wir ein Remis (Sammel-Taxi) füllen und die Kosten aufteilen. Bei unserem Remis handelt es sich um einen 4×4 Truck und jene die nicht so weit mitreisen, setzen sich auf die Ladefläche. Die 42 Km nach Molinos sind sehr einsam, kaum ein Mensch scheint sich hier niedergelassen zu haben. Die Landschaft ist traumhaft! Geprägt von Felsen, Steinformationen, Schluchten, Gebirge…und staubigen, sandigen Strassen…
Patrick und ich sind die einzigen Fahrgäste, die die gesamte Strecke bis nach Molinos fahren. Wir fragen den Fahrer, wann dann heute noch ein Bus nach Cachi fährt? Seine Antwort, wie eigentlich nicht anders zu erwarten: erst morgen früh um 7 Uhr!
Wir setzen erst mal Prioritäten und suchen in dem kleinen Nest eine “Futterstation” auf, denn seit dem Frühstück sind ja schon einige Stunden vergangen. Danach wollen wir uns eine Unterkunft suchen, doch dies stellt sich als äusserst schwierig heraus…Bei der einen Unterkunft ist nur noch ein Einzelzimmer verfügbar, das andere ist versieft und beim Campingplatz der anscheinend auch Zimmer vermieten sollte, ist keiner anzutreffen…
Es ist nun bereits 17 Uhr, doch ein bisschen Zeit haben wir noch, bevor es dunkel wird. So bewegen wir uns mal gemütlich in den kleinen Park, setzen uns auf die Bank und WARTEN und WARTEN und WARTEN…Egal wie klein oder gross ein Nest hier ist, eines ist klar, es hat immer einen Park, dass ein Zentrum, ein Ort des Treffens, bildet. Im Moment sind wir jedoch weit und breit die einzigen…eh, der Ort wirkt auf uns so ausgestorben, so verlassen…
Wir wittern unsere vielleicht einmalige Chance, als ein Remis eine Runde um den Park dreht. Zu einem fairen Preis bringt er uns heute doch noch nach Cachi. Obwohl es während der Fahrt manchmal nicht so gewiss war, ob wir überhaupt an unserem Ziel ankommen werden, denn er führte sich als “Kamikaze”- Fahrer auf. Er fuhr einem anderen Fahrzeug ständig so nah auf, dass er absolut gar nichts mehr durch die Windschutzscheibe erkennen konnte, ausser einer dicken Staubwolke, die der andere Fahrer hinter sich aufwühlte…
Als grosses Dankeschön (für dies sichere Ankunft in Cachi) “spendet” ihm Patrick seine warme, dicke Fleece Jacke…aber eher ungewollt, denn er ist ohne sie aus dem Fahrzeug gestiegen…
Im Dunkeln suchen wir uns eine Bleibe für die Nacht…Essen…Schlafen…
Cachi liegt auf 2280 m, hat um die 2200 Einwohner und ist eigentlich ein ganz gemütliches Örtchen, doch da wir nun eine Woche in Cafayate verbracht haben, denken wir, dass wir mal wieder etwas “vorwärts” machen sollten, denn unser Ziel ist Bolivien…Denn zum Einen ist uns Argentinien ohne den Dollar Blue wesentlich zu teuer und zum Anderen wollen wir in die Salar de Uyuni, noch bevor die Regenzeit einsetzt…
18.11.14…um 9 Uhr setzen wir uns in den Bus in Richtung Salta. Die 4 stündige Fahrt führt wiederum durch herrliche Landschaften…buntes Gestein und mächtige Kakteen…dort angekommen kaufen wir uns für die Weiterfahrt ein weiteres Ticket nach Jujuy und dort eines zu unserem Ziel: Purmamarca.
Wir sind geschockt, wie touristisch es hier ist!!! Obwohl das Dorf von einer Traumkulisse umgeben ist, fühlen wir uns hier irgendwie nicht wohl oder willkommen. Da wir müde sind, es schon eine lange Reise war, klopfen wir an einige Türen von potentiellen Unterkünften. Die erscheinen uns jedoch überteuert und die Leute vom Tourismus bereits zu verwöhnt. So entscheiden wir uns nach 2 Stunden erfolgloser Zimmersuche in den nächsten Bus zu hoppsen und eine halbe Stunde weiter nach Tilcara zu fahren…
Es ist schon Dunkel und die Zimmersuche geht von vorne los…Wie wir es lieben, wenn der Reiseführer über keine Ortskarte verfügt, denn dann ist eine Orientierung noch schwieriger…Es dauert eine weitere Stunde bis wir endlich unser Bett für die Nacht finden…
Am folgenden Tag fahren wir mit dem Bus die halbe Stunde nochmals zurück nach Purmamarca, weil wir eigentlich von dort aus ein Remis zu den Salinas Grandes nehmen wollten. Doch weil uns die Leute noch immer nicht sympathischer als gestern vorkamen (obwohl wir heute wieder “ausgeruht” und gestärkt sind), verzichten wir liebend darauf…
Ein letztes Mal geniessen wir die herrliche Kulisse von Purmamarca bevor es wieder zurück nach Tilcara geht…Die Unterkunft ist eigentlich wirklich eine Oase, mit sehr freundlichem, innovativem Personal und einem gemütlichen Garten…Trotz Müdigkeit können wir auf diesen durchgelegenen Matratzen und harten Kissen schlecht schlafen…der Rücken schmerzt…aaach, wir werden alt
Humahuaca ist nur gerade mal etwa 40 Minuten nördlich davon entfernt. Eine weitere kleine, nette Ortschaft in der Quebrada de Humahuaca. Auf dem Weg wurde unser Bus jedoch von eine Strassen-Blockade aufgehalten. Wahrscheinlich die hartarbeitenden Bauern, die auf ihre “Not” aufmerksam machen wollen. Wäre eigentlich auch alles kein Problem, würde in dem Moment nicht meine Blase vom Morgenkaffee so drücken!!!
In Latein-Amerika stossen oft Reichtum und bittere Armut Tür an Tür aufeinander. Jene, die eh schon sehr hart Arbeiten, sehr bescheiden und genügsam sind, denen reicht das karge Einkommen nicht zum Überleben. Und andere verdienen sich mit wenig Mühe und Aufwand eine goldene Nase! Viva la Korruption!!!
Wie kann man zum Beispiel in einem kleinen Dorf, das hauptsächlich aus einfachen Adobe-Bauten besteht und überall blättert der Verputz und Farbe (wenn überhaupt vorhanden) von den Wänden und Fassaden, in einem luxuriösen Hotel ruhig und sorglos nächtigen, das um die 100 bis 150 Euro kostet?!?! Wir haben hier ein holländisches Paar kennengelernt, die jede Nacht soviel dafür ausgeben…Ich finde es irgendwie einfach so widersprüchlich, in diesen einfachen, bescheidenen, beschaulichen Gegenden zu reisen und dann wie Könige nächtigen?!?! Damit unterstütze und fördere ich diese Spaltung und Ungerechtigkeit nur noch mehr!!!
Ach ja, wir hocken ja noch immer im Bus, mit der vollen Blase…nach einer halben Stunde wird die Barrikade auf die Seite geräumt und der Verkehr kann wieder rollen…Bis sie die Strasse erneut blockieren, denn die neue Busladung mit der potentiellen Verstärkung ist eben gerade angekommen…
Die faszinierende Natur begeistert uns immer wieder aufs Neue…schade ist es nur, dass wir kein eigenes Fahrzeug unter unserem Hintern haben und somit viel flexibler wären, die herrliche Gegend unabhängig zu erkunden. Wir sehnen unser Auto, den Dodge Grand Caravan, von Canada herbei!!! Wir haben ein paar Deutsche Paare getroffen, die einen fahrbaren Untersatz hier mieteten, zu einem stolzen Preis von 100 Euro pro Tag…ein etwas teures Vergnügen, vor allem wenn man die Versicherung und das Benzin noch dazu rechnen muss…
Jaaa, so bleibt uns im Moment nur, die schöne Landschaft vom Fenster des Busses aus zu geniessen…immerhin
Nach 2 Nächten in Humahuaca wollten wir eigentlich nach Bolivien aufbrechen, doch haben wir noch ein wenig Argentinische Pesos übrig und da sie sonst eh niemand möchte (weil sie keinen Wert mehr haben…), müssen wir sie gezwungenermassen hier ausgeben und noch ein, zwei Tage hier verlängern…
Ebenfalls auf der Bank bestätigte man uns, dass wir hier keine Pesos tauschen können und der Kurs an der Grenze sei auch alles andere als vorteilhaft…
Bevor wir also “zu viel verlieren oder verschenken” würden, machen wir uns in diesem kleinen, gemütlichen Nest noch eine angenehme Zeit