Reisetagebuch Teil 67…Via La Paz nach Tiwanaku…und Copacabana am Titicacasee…
12.12.2014…Da wir von Sucre aus nur einen einzigen Nachtbus nach Samaipata haben und dort zur unchristlichen Zeit, so um 3 Uhr morgens ankommen würden, entscheiden wir uns stattdessen nach Santa Cruz (in Richtung Osten) zu fliegen. Mitten in der Nacht ankommen ist unsicher und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand uns die Tür vor einer potentiellen Unterkunft öffnen würde, sehr klein…
Lieber wären wir allerdings tagsüber Überland gereist, um die angeblich schöne, grüne Landschaft zu geniessen, doch lässt es uns ja keine Wahl und zudem die Flüge extrem günstig sind, müssen wir nicht mehr lange überlegen.
Wir wählen einen Flug früh morgens, sodass wir mit Sicherheit wieder problemlos am selben Tag noch aus Santa Cruz verschwinden können. Zum Einen muss die Stadt sehr gefährlich sein und zum Anderen haben wir eh keine Lust auf chaotische Gross-Städte!
Zur Begrüssung empfängt uns Santa Cruz mit strömendem Regen …mit einem regionalen Collectivo
fahren wir vom Flughafen eine Stunde durch die Stadt, bis uns der Fahrer aussteigen lässt und auf ein lokales Büro hinweist. Dort lassen wir uns dann in eine Warteliste von einer Fahrtengemeinschaft nach Samaipata eintragen. Wir warten solange, bis der Jeep vollbesetzt ist…doch wir haben heute besonders viel Glück und warten nur gerade mal 2- 2,5 Stunden…Wir haben ja Zeit und solange wir vor dem Eindunkeln am Ziel ankommen KEIN PROBLEM
Samaipata ist ein kleines Dorf, auf ca. 1650 Höhenmetern gelegen, und bildet den Übergang zwischen den Anden und dem Bolivianischen Tiefland. Anfangs dachten wir, dass es ein idealer Ort wäre, um ein paar Tage zu bleiben. Doch die Einheimischen begegnen uns nicht sehr freundlich…Später können wir auch ahnen warum, denn wir begegnen ziemlich vielen abgefuckten Aussteigern, die uns sehr ungepflegt erschienen und vom permanenten Drogenkonsum gezeichnet…
Und wenn eines nicht geht, dann ist es, dass die “reichen” Touristen schmutziger und ungepflegter rumlaufen, als die “armen” Einheimischen und Bettler!!!
Am nächsten Tag ist das Wetter ziemlich unstabil…ein Mix zwischen Sonnenschein und Wolkenbruch
…Die nette Mama von unserer kleinen, familiären Unterkunft (wir sind die einzige Gäste…) bietet uns die Fahrdienste ihres Sohnes an, um zu den El Fuerte Ruinen zu gelangen.
Distanz mässig wäre die Anlage eigentlich nicht soweit von Samaipata entfernt, doch legen wir in dieser kurzen Strecke 400 Höhenmeter zurück. Sogar müssen wir einen Fluss durchqueren, der aber bei Regen unpassierbar wäre. Na ja, die Wetteraussichten sind alles andere als berauschend…
Kaum haben wir diese heikle Passage hinter uns, wird’s erst so richtig spannend, denn vor uns steht ein kleiner PW im Schlamm stecken.
Deren 4-5 Mitfahrer (Einheimische Touristen aus Santa Cruz) steigen wiederwillig aus dem Auto, stehen mit ihren schönen, sauberen, plankgeputzten Schuhen in dem dicken, klebrigen Morast und versuchen Mittels Anschieben ihr Fahrzeug aus dem Schlamm zu befreien und somit wieder in Bewegung zu setzen…
Dessen Fahrer hat sichtlich Mühe und kaum Erfahrung, wie man sich in diesem unbefestigten Gelände richtig verhalten sollte…Klartext: er hat keine Ahnung von Fahren!
Zum Glück hat unser solides Fahrzeug aber einen vorteilhaften 4×4 Antrieb…unser Fahrer gibt Gas und überholt die “Städtischen Touristen” mit reichlich Schwung, bis sich auch bei unserem Fahrzeug nur noch die Räder im nassen Untergrund durchdrehen und wir im Dreck festsitzen…
Unser geübte Fahrer lässt immer wieder das Vehikel rückwärtsrollen, dann wieder mit Schwung vorwärts…hin und zurück…immer wieder wiederholen, bis wir ein Stücklein weiterkommen, um schliesslich erneut im Schlamm festzusitzen…
Schliesslich kommen wir doch noch an den Pforten zu den El Fuerte Ruinen an, doch wir haben ehrlich gesagt schon nicht mehr daran geglaubt…
Seit 1998 wird dieses Weltkulturerbe durch die UNESCO geschützt. El Fuerte liegt auf einem Berggipfel 1950 Meter über dem Meeresspiegel. Die Anlage umfasst etwa 40 Hektar und besteht aus einem etwa 200 Meter langen und 40 Meter breiten Sandsteinfelsen und einem südlich des Felsen gelegenen Plateau. In den Felsen sind zahllose Linien, Kanäle, Stufen, Figuren und Tierdarstellungen eingemeisselt, darunter auch zwei lange, parallele Kanäle, die genau in Ost-West-Ausrichtung verlaufen.
Zudem fanden Archäologen zahlreiche Siedlungsreste aus der Zeit bis 1500 v.Chr.
Auch wenn die Bedeutung der Darstellungen im Einzelnen nach wie vor nicht geklärt sind, besteht heute Einigkeit, dass es sich um eine Zeremonialstätte der Inka handeln muss…
El Fuerte gilt mit seinem behauenen Felsen als einzigartiges Zeugnis der Traditionen und Kulte in der Zeit vor der spanischen Eroberung Südamerikas.
Solche faszinierenden Tempelanlagen werden immer an magischen Orten erstellt…mystisch, spannend, rätselhaft…Leider werden wir nie erfahren, wer, was, für wen und zu welchem eigentlichen Zweck erbaut hat…einfach nur grosse Fragezeichen die bleiben…da nützt keine Forschung, keine Wissenschaft, keine Spekulation, kein “Vielleicht”…es ist und bleibt einfach ein grosses, ungelöstes Rätsel!!!
Doch, warum haben sich die damaligen Herrscher gerade “diesen” Berg ausgesucht??? Wenn man sich die Geologie der gesamten Umgebung anschaut, ist es längst nicht der höchste Berg…die Mythologie, oder war es nun doch eher Erich von Däniken der glaubt, dass man oft die höchst gelegenen Stelle aussuchte, damit “SIE” möglichst nah bei den Göttern wohnten???
Besonders schön ist es auch, dass wir im Moment die beiden einzigen Besucher sind , doch es bleiben uns nur gerade mal 1,5 Stunden Zeit, denn der Fahrer möchte vor dem Einsetzen des möglichen Regens wieder sicher vom Berg runter
ohne eine erneute Rutschpartie zu riskieren…
Als wir vom Berg runterfahren, kommen uns viele einheimischen Touristen zu Fuss entgegen, die ihr Fahrzeug unten haben stehen lassen müssen, weil sie’s ohne 4×4 nicht durch den Schlamm geschafft hätten…auf 4000 Metern ist es echt kein Vergnügen steil einen Berg hochzulaufen, und sich dann im tiefen Morast noch die schönen Schuhe zu ruinieren…Echt, ganz ehrlich, unser Mitleid habt ihr!!!
Wie gesagt, da wir uns in Samaipata nicht sonderlich willkommen fühlen, brechen wir am folgenden Tag, 14.12.14, bereits wieder auf. Um 6.30 Uhr bring uns ein Taxi zu einem etwa 20 Minuten entfernten Dorf. Dort kaufen wir 2 Weiterreisetickets mit dem Bus, sichern uns 2 Sitzplätze und warten, bis wir um 7.30 Uhr losfahren. Gefrühstückt haben wir noch nicht (es gab nichts… ), aber wir kaufen uns noch Wasser und irgendwelche, trockenen Salzkräckers…zur Not, denn man weiss ja nie…
Wir ziehen es nach Möglichkeit immer vor, den frühestmöglichen Bus morgens zu nehmen, damit wir abends hoffentlich noch bei Tageslicht am Ziel ankommen…und laut Fahrplan sollten wir etwa um 5 Uhr abends in Cochabama eintreffen…
Etwa 3 Stunden später gab’s in einem Dorf einen Stopp, wo gerade ein lokaler Markt abgehalten wurde, und wir uns mit einer kleinen Empanada (gefüllten Teigtaschen) stärken konnten…nicht zu viel, denn wer sitzt schon gerne mit vollgestopftem Bauch stundenlange im holprigen Bus???
Die unbefestigte Schotterstrasse windet sich in zum Teil mittels engen Kurven durch das Anden-Hochland…und regelmässig stürzen die Abhänge hunderte von Metern in die Tiefe! Atemberaubende Szenerie, aber irgendwie auch furchteinflössend…
Nach etwa 3/4 Stunden gibts eine Vollbremse und wir fahren geradeaus, direkt in die Böschung!!! Hinter mir schreien die Frauen in voller Panik nur noch: Jesus!!! Maria!!!…und blablablaaa…
Da sich unsere beiden Sitzplätze auf der linken Seite des Busses befanden, hatten wir keine Ahnung, was sich rechts neben der Fahrbahn befand, noch vor uns, denn die Führerkabine wurde mit einem Vorhang und Wand abgegrenzt (wahrscheinlich, dass die Fahrgäste hinten nicht mitkriegten, wenn der Chauffeur vorne während dem Fahren ein Bier trinkt, die Zeitung liest oder was weiss ich…)
Es ist schon ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man weiss, dass der Bus soeben von der Fahrbahn abgekommen ist, aber nicht weiss, donnert man nun gleich den Abhang hinunter, überschlägt es uns jeden Augenblick, oder donnern wir in einen Baum…??? Wir stellen uns auf ALLES ein und halten uns so gut es geht fest…
Mein erster Gedanke war, dass der Fahrer wohl eingenickt ein musste, und desshalb bei der nächsten Kurve gerade aus direkt in die Böschung gefahren ist…doch wie sich’s später herausstellte, habe ich ihm mit meinem Verdacht Unrecht getan
Für den Moment heisst es aber vorerst mal: ENDSTATION und ALLES AUSSTEIGEN!!!…Natürlich können wir wir nicht den offiziellen Ausgang benützen, müssen stattdessen über den Fahrersitz steigen und dessen Ausstieg benützen. Kein Problem, immerhin dürfen wir sicher und unverletzt aus dem Bus aussteigen…ALLES ist besser, als die Böschung runterzukesseln…
Die wohlproportionierten Mamas mit ihren schweren, vielschichtigen Röcken…haben jedoch schon etwas mehr Mühe beim Aussteigen und hinterlassen ein ziemliches Gestöhne, als würden die Wehen einsetzen und sie gerade auf dem Weg sind nochmals ein Baby auf die Welt zu bringen!…Aber ach jaaa, wir haben ja viiiiel Zeit und Geduld
( …es hat sich also doch gelohnt, dass wir in Sucre so viele Kirchen besucht haben…
)
Danach ist es ganz faszinierend…alle Frauen und Kinder setzen sich ins nasse Gras und beobachten das “Machen und Tun” der Männer. Die haben sich nämlich zusammengeschlossen um eine grosse, angeregte “Was sollen wir nun tun”-Beratungs-Runde zu starten…
Fahrer und Co. kriechen unters Fahrzeug und stellen fest, dass eine “Lenkstange…Verbindungsstange”, ach, keine Ahnung wie man solche Dinger nennt, bin ja kein Mechaniker…Jedenfalls, muss irgendeine “Stange” gebrochen sein, die unter normalen Umständen die Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern darstellt und manövriert…Alles klar soweit??? Das soll nämlich die Ursache unseres Unfalles gewesen sein, denn das Lenkrad liess sich nicht mehr steuern und darum fuhren wir in der Kurve stattdessen geradeaus…
Da wir nun aber irgendwo im nirgendwo sind, weit weg von einer Garage und weit und breit kein Mechaniker mit Ersatzteilen zur Verfügung steht, muss natürlich irgendwie improvisiert werden…
Der Fahrer meint zuerst aber, dass er mit diesem Bus nicht mehr weiterfahren kann/werde und fordert via Natel Ersatz an…der in ein paar Stunden eintreffen soll…
Die Kunst des Improvisierens beherrschen sie ja ganz gut…Der Chauffeur nimmt ein paar alte, gebrauchte Pneuschläuche zur Hand und schneidet sie mit einem Messer in Streifen…mit diesen “Schnüren” fixiert er dann die defekte, gebrochene “Stange”…na ja, aber sehr vertrauenswürdig erscheint mir diese Lösung auch nicht…vor allem auf solchen Strassen, solchem Terrain, auf 4000 Metern und runter von diesen Höhenmetern müssen wir dann ja auch irgendwie wieder Wir hatten nun einmal riesen Glück und sind mit einem grossen Schrecken davongekommen, aber das Schicksal ein 2. Mal herausfordern?!?!
Also alle Mitreisenden, mit denen wir uns unterhalten meinen einstimmig: neee,neee, da steigen wir nicht wieder ein…wir warten auf den Ersatzbus!!!
Gut, nach dieser provisorischen “Reparatur” folgt das nächste Manöver: den Bus wieder zurück auf die Fahrbahn zu bringen! Herrlich, wie gesagt, alle Frauen und Kinder sitzen gemütlich im nassen Gras auf der gegenüberliegenden Wiese und geben aber den Männern ihre Anweisungen was sie nun zu tun haben AMÜSANT!!! Dabei tragen die Weiber hier ja Röcke und nicht Hosen!!!
Die Männer folgen, schleppen Steine herbei, um dem weichen Untergrund zu stabilisieren, um den Rädern mehr Haftung zu bieten…
Nach etwa 2 weiteren Stunden hat’s der Fahrer doch tatsächlich geschafft, den Bus wieder auf die Strasse zurückzumanövrieren…Ich staune, denn oft sah es eher so aus, als würde er gleich die Blechbüchse auf die Seite kippen…Ich musste manchmal die Augen schliessen oder meinen Blick abwenden, weil ich nichts Gutes ahnte…
Danach steigen alle Passagiere wieder schön brav in den Bus ein, obwohl sie ja zuvor betonten, dass sie in DIESEN auf keinen Fall mehr einsteigen werden!!!…klar, nun wird auch sicherlich kein Ersatzbus mehr eintreffen
Wir sind allerdings die einzigen Zwei, die passen…Der Fahrer, sowie viele andere Mitreisende wollen uns ermuntern, doch noch einzusteigen, und meinen: El Señor, der Herr wird uns schon schützen!!! Ja, das wünschen wir euch auch, doch wir steigen nicht wieder in diesen Bus (okay, der nächste wird kaum besser sein …aber in DIESEN wollen wir auf gar keinen Fall…)
So sitzen wir zwei Einsamen, Alleingelassenen, Ausgesetzten, also irgendwo im nirgendwo auf 4000 Metern in der Wiese, mitsamt unserem Gepäck…Es ist nicht gerade Rush-hour und so müssen wir uns ziemlich in Geduld üben…Die wenigen vorbeifahrenden PW’s sind alle bereits gut mit Kunden gefüllt und nehmen keine weiteren Gäste mehr auf…nicht mal ein Einziger hält an!!! Obwohl wir ja ein lustiges, seltsames Bild (doch sooo kriminell, gewalttätig und furchteinflössend sehen wir doch gar nicht aus…) hätten abgeben müssen, 2 Touris irgendwo im nirgendwo!!!
Geduld hatten wir ja, nur die wiederkehrenden Nebelschwaden machten uns ein bisschen Sorgenfältchen, denn wir wussten nie, wenn uns gleich ein Gewitter überraschen wird und hier gab’s weit und breit keinen einzigen Unterstand…keine weitere Menschenseele…niemand, der uns eine Tasse heissen Tee bereithält, aber immerhin haben wir ja noch unsere trockenen Kräckers und ein bisschen Trinkwasser …also ganz soooo schlimm ist es noch nicht!!!…und die Buschtoilette steht auch überall zur freien Verfügung
Beim nächsten annähernden Fahrzeug wittere ich eine winzig kleine Chance…ich mache mich breit, stehe mitten in die Fahrbahn, wirble mit meinen Armen herum und oooh Freude, der Fahrer steht sogar auf das Bremspedal
Auf dem Beifahrersitzt sitzt noch ein altes Weiblein und auf deren Schoss hockt ein kleiner Junge. Sie alle scheinen kaum spanisch zu verstehen, stattdessen sprechen sie Quechua, eine indigene Sprache. Irgendwie schaffen wir es dann doch unsere kleine Misere zu erklären und wir quetschen uns auf die Hinterbank, die mit allem möglichen Müll und grossen Fässern gefüllt ist…bequem muss es ja nicht sein, so viel Luxus erwarten wir ja gar nicht…aber wir haben riiiesen Freude und sind dem Mann sehr dankbar, dass er uns “mit aufgeladen” hat…
Nach einer Stunde Fahrzeit lädt uns der nette Herr in einem kleinen Dorf ab, von wo aus weitere Busse fahren sollten. Wir geben ihm ein angemessenes Trinkgeld, worüber er sich sehr freut….
Auch im kleinen Dorf scheint nicht viel Betrieb zu sein oder ein jeder der wenigen Bewohner macht gerade Siesta Die Wenigen, die uns die nächsten 3 Stunden begegnen, und freundlich nach dem “Busfahrplan” fragen, geben uns allesamt unterschiedliche Abfahrtzeiten an…hahaaa, wen wundert’s?! Zum Glück laufen wir nicht Gefahr an der falschen Strasse oder Kreuzung zu warten und den selten fahrenden Bus zu verpassen, denn es gibt nur die eine
In dem “hektischen” Dorf gibt natürlich auch kein einziges kleines Restaurant oder Kiosk, nein nichts, ALLES GESCHLOSSEN oder schlichtweg nicht vorhanden! Ich glaube, da ist eine böse, fiese “Touristen-Verschwörung” im Gange!!!
Immerhin, wir haben noch etwas Wasser und einige Kräckers die teilen wir uns nun gut ein…Stündlich einen Schluck Wasser und einen halben Kräcker!!!
ENDLICH, die Erlösung naht…nach 18 Uhr trifft endlich der langersehnte Bus doch noch ein und er hat sogar noch wenige freie Sitzplätze!!!
Mitten in der Nacht, zwischen 0.30 und 1 Uhr treffen wir sicher und müde an unserem Ziel in Cochabamba ein…GESCHAFFT!!!
Was uns hingegen nicht so ganz passt, ist, dass der Bus irgendwo mitten in der Stadt, am Strassenrand anhält und nicht wie angenommen im Busterminal. Denn dort stehen meist lizensierte, sichere Taxis zur Verfügung und hier irgendwo in der Stadt (um diese Uhrzeit), da weiss man nie, was für ein potentieller Gauner gerade auf seine nächste Beute wartet…dazu ist es noch Dunkel, mitten in der Nacht und wir sind müde, also somit eine “leichte Beute”…
Doch zur unserer Freude und Verwunderung hat das Busunternehmen ihre eigenen Funk-Taxis mobilisiert und so können wir uns sicher und mit einem guten Gefühl in ein Taxi setzen und uns dem Fahrer anvertrauen Super, wir fahren 2, 3 Unterkünfte an, die in unserem Reiseführer erwähnt sind, doch keiner macht uns die Tür auf…es kommt stattdessen nur ein mürrisches, unfreundliches: kein Zimmer frei! Dabei sind wir doch so müüüde…wir wären auch bereit gewesen, irgendwo auf einem Not-Sofa zu schlafen…
Wir fragen den Taxifahrer, ob er noch eine Idee hätte und so fährt er uns zu einen wunderbaren Hotel, mit super freundlichem Personal, mit viiiiielen freien Zimmern und bequemen Betten und schon ist unsere Welt wieder in Ordnung!
Da wir sooo erledigt sind, hängen wir danach gleich nochmals 2 Nächte an…Zu allem Übel haben wir uns gestern, bei dem stundenlangen Warten in freier Natur noch einen heftigen Sonnenbrand eingefangen…Ansonsten cremen wir uns immer ein, doch gestern ausnahmsweise gerade mal nicht, weil wir ja eigentlich auch den ganzen Tag “nur” im Bus gesessen wären und es somit für nicht nötig empfanden…Dumm gelaufen…
Cochabamba ist eine Coca-Anbau Region. In Bolivien werden jeden Monat rund 1,2 Mio. Kilo Coca-Blätter konsumiert, was Präsident Evo Morales (1. indigener Präsident Boliviens…und bereits in der 2. Amtsperiode tätig) dazu veranlasst hat, 2009 in seiner Verfassung den Coca-Strauch zu einem wesentlichen Teil des bolivianischen Kulturguts zu erklären.
Aber nicht alle Coca-Sträucher , die im Land angebaut werden, sind für den traditionellen Gebrauch gedacht. Bolivien ist der zweit- oder drittgrösste (je nachdem, wen man fragt…) Kokainproduzent der Welt (schätze mal, Kolumbien und Venezuela liegen sich dicht auf den Fersen…). Hier werden jährlich 290 Tonnen des weissen Pulvers hergestellt. In Bolivien werden zwischen 24 000 und 30 000 Hektar Land zum Anbau von Coca genutzt (je nachdem, wie stark die Ausrottungsbemühungen sind). Jedoch nur 12 000 Hektar dienen der legalen Produktion von Coca…
Ja, irgendwie verständlich, denn mit dem Anbauen von Mais oder sonstigem Getreide kommen die Bauern kaum über die Runden…da sind die Coca Blätter schon einiges lukrativer!!! Und ein jeder kaut sie hier, was total legal ist…aber das “harmlose” Kauen von Coca-Blättern sind dem fatalen Konsumieren von Kokain bei Weitem nicht gleichzusetzen…
Und so überrascht es uns auch nicht, dass der gesamte Verkehr lahmgelegt wurde, denn im gesamten Stadtzentrum demonstrieren die indigenen Bauern und wollen mal wieder auf ihre Miesere aufmerksam machen. Ich glaube, es gibt kaum ein anderes Land, wo die Leute so oft auf die Strasse gehen, wie in Bolivien! Das letzte Mal als ich in La Paz war, wurde auch demonstriert… da war die Situation aber kurz vor dem Eskalieren, denn die Polizei schoss bereits schon mit Tränengas um sich…
Hier scheint es im Moment noch sehr friedlich zu zugehen…die Polizei und das Militär sind aber präsent und wachsam…wir verschwinden aber schnellstmöglich wieder aus dem Getümmel des konzentrierten Menschenauflaufes, denn bei solchen Veranstaltungen, mag sie auf den ersten Blick noch so friedvoll wirken, weiss man nie, wie schnell die Situation und die Dynamik ins “Negative” kippt…
Nach dem wir uns wieder etwas von unserem Busunfall-Schreck erholt haben, entschliessen wir uns aber am frühen Morgen (16.12.14) nach La Paz zu fliegen…weiss nicht genau warum, aber irgendwie ist es uns nicht wirklich darum, uns wieder in den Bus setzen zu müssen und durch die Anden zu rasen…
Da wir aber auch keine Lust auf das Chaos in La Paz haben, nehmen wir vom Flughafen ein Taxi, dass uns zur Minibus Station bringt. Da er schon gut mit Einheimischen gefüllt ist, fahren wir in etwa 1,5-2 Stunden direkt nach Tiwanaku…
Es ist kalt und regnerisch…brrrrrrrrr…der kleine Ort liegt auch auf über 4000 Metern, in der kargen Hochebene des Altiplanos…wir finden zwar eine Unterkunft, doch ist sie ziemlich ungemütlich…Heizungen gibt’s hier nicht…dafür die Klimaanlage umsonst
So starten wir gleich unseren ersten Rundgang (Bewegung erzeugt bekanntlich Wärme …ich bin schon ein besonders schlaues Kerlchen…)…Tiwanaku ist eine bedeutende Ruinenstätte einer Prä-Inka-Kultur. Sie zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten in Bolivien und gehört seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Die Bedeutung des Begriffes ist sinngemäss “setz dich nieder, kleines Lama”. Bis heute wurde erst etwa 1 Prozent der Gesamtfläche der einstigen Stadt freigelegt…
Das historische Tiwanaku war das religiöse und administrative Zentrum von Prä-Inka-Kulturen rund um den Titicaca-See in der Zeit von 1500 v.Chr. bis 1200 n.Chr….und fand seinen Höhepunkt zwischen 600 bis 900 n. Chr.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Sonnentor. Es ist etwa 3 Meter hoch und 3.75 m breit und wurde aus einem einzigen Andesit Block herausgehauen. Sein Gewicht wird auf 7 bis 12 Tonnen geschätzt…
Wir stoffeln noch ein bisschen herum, doch weil ein heftiges Gewitter im Anzug ist, flüchten wir in die beiden Museen…und danach schliessen eh die Eintritts-Tore zu den beiden Ruinen-Anlagen…
So können wir unsere Entdeckungstour erst am nächsten Morgen fortsetzen. Wenige hundert Meter entfernt liegt das Ruinenfeld Pumapunku. Wir wollen die Ersten sein, bevor die ganzen Tagestouristen aus La Paz eintreffen, um ungestört das alte, ehrwürdige Kulturgut zu geniessen und erleben. Aber super, wir stehen vor geschlossenen Toren!!! Da die Öffnungszeiten auch hier sehr flexibel und variabel sind (schliesslich sind wir ja in Südamerika ), müssen wir uns mal wieder in Geduld üben…Aber wie immer, man kann 10 unterschiedliche Leute fragen und kriegt 10 unterschiedliche Antworten…wiiie praktisch!!!
Irgendwann sind dann endlich auch die Beamten und Arbeiter wachgeworden und schliessen endlich das Tor auf…reinmaschiert…Nachdem der eine unser Ticket kontrolliert hat, dürfen wir uns rumschauen und auf Erkundungstour gehen. 3-4 “Archäologen” machen sich auf den Weg zu weiteren Ausgrabungen, doch als wir in deren Nähe kommen, sehen wir gerade noch, wir der Eine an eine “Wand” pinkelt!!! Es handelt sich dabei um ein archäologisches Überbleibsel, das mit Ehrfurcht und Respekt behandelt werden sollte, und nicht als “Pinkel-Station”!!! Was für eine SCHWEINEBACKE!!! Der Kerl hat ja Manieren wie Nachbar’s Lumpi!!!
Pumapunku zeichnet sich durch dessen äusserst exakt behauene Monolithen aus, die zu einem unvollendeten Bauwerk der Aymara-Kultur gehören sollen.
Ja, für einen Laien (wie mich …Patrick ist da schon viel versierter…) scheinen diese herumliegenden Steinblöcke vielleicht auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein, doch wenn man die Grösse, das Gewicht und die Beschaffenheit dieser Monolithen genauer betrachtet, dann ist es ja schon wahnsinnig faszinierend und beeindruckend!!!…Wie konnten DIE damals überhaupt bewegt werden…wie war es möglich, diese Kolosse hier her zu bringen… und dann noch dieses harte Gestein, soooo perfekt bearbeitet, als wurden sie mit einer modernen Fräse oder mit einem Laser zurechtgeschnitten?!?! Ein wirkliches Phänomen!!!
Und wenn man sich die Umgebung anschaut, da gibt nur nur karge Hochebene…weit und breit weder Gestein, noch irgendwelche Felsen…und WARUM entwickelte sich gerade hier so eine Hochkultur??? Auf 4000 Metern??? Gäbe es da nicht viel angenehmere, wärmere, fruchtbarere und wirtschaftlichere Regionen???
In solchen Momenten träume ich von meiner eigenen Zeitmaschine, die mich in die gewünschte Zeit zurückbringt und aus sicherer Distanz könnte ich dort das damalige Geschehen beobachten und erkunden…und hoffentlich ein paar Fragen unserer ungelösten Mysterien zu beantworten das wäre total spannend!!!
Danach setzen wir nochmals unseren 2. Rundgang durch die Tiwanaku Anlage fort, denn gestern liess uns der Regen ja flüchten…Aber da wir heute Vormittag noch abreisen wollen, müssen wir nun ein bisschen Gas geben…
Wir haben Glück und im bereits vollbesetzten Minibus finden wir noch 2 unbequeme Plätze, doch immerhin müssen wir nicht lange warten, bis er voll ist und losfährt…Mister Rapido, so nenne ich unseren Raser fährt “zügig” zurück nach La Paz. Dort setzen wir uns in einen weiteren Bus, der uns zum Titicaca-See, Copacabana, bringen soll. Die Landschaft ist sehr schön, hügelig und idyllisch…
Wir kommen am Titicaca-See an, müssen aussteigen und mittels kleinem Personenboot werden wir ans gegenüberliegende Ufer gebracht. Der Bus hingegen, wir auf einen Holzkahn verfrachtet und gleitet gemächlich hinüber. Wenn ich die Bilder nun so betrachte, war mir die Überfahrt mit einem kleinen Boot deutlich angenehmer und sicherer, als mich im Bus auf der Fähre rübersetzen zu lassen…
Nach etwa 4 stündiger Fahrt, am frühen Abend, kommen wir in Copacabana an. Wir finden eine ganz nette Unterkunft, doch auch hier, ES IST AAAAARSCH-KAAAAAAALT!!!
Der Titicaca-See, liegt auf etwa 3800 Metern und ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde und der grösste Gebirgssee (etwa 15,5 mal grösser als der Bodensee…)
Es befinden sich mehrere bewohnte Inseln auf dem See…zu den touristisch am Besten vermarkteten und erschlossenen (von Copacabana aus) gehören die Isla de la Luna und die Isla del Sol. Von Puno, auf der peruanischen Seite aus sind es die Insel Urus, Amantani und Taquile…Man kann sie einfach via Tour oder mit der öffentlichen Fähre besuchen, doch das Halligalli schon in Copacabana ist uns too much, dass wir keine Lust auf einen weiteren “Touristennäpp” haben…ebenfalls ist es regnerischen und zuuuuu kaaaaalt!!! Ausserdem habe ich die Inseln vor 20 Jahren schon besucht, als sie sicherlich noch idyllischer und authentischer waren…doch auch Patrick hat keine Lust auf einen Besuch, denn solche “Touren” haben sich bis anhin meist als Reinfall erwiesen…
Die Wasserqualität des Sees nahm in den vergangenen Jahren deutlich ab. Angeblich sollen mehr als 30.000 illegale Minen am See und den Zuflüssen dafür verantwortlich sein!!! Die giftigen Abwässer der Minen fliessen ungereinigt direkt in den See…
Eine Leckerei wäre es hier eine Forelle zu essen, denn die werden überall zum Verzehr angeboten, doch bei dieser Gewässer-Verschmutzung wählen wir lieber den sicheren Weg und essen eine Pizza
Nach nur 2 Nächten ziehen wir schon wieder weiter… und frühmorgens fahren wir mit dem Bus über die Grenze nach Peru. In Puno müssen wir 1-2 Stunden warten, bis wir Anschluss nach Arequipa haben. Wir wählten diese Destination bewusst, weil wir von der Höhe und der Kälte die Nase gestrichen voll hatten und wollten uns daher schnellstmöglich wieder in merklich tieferen Höhenlagen und etwas milderem Klima fortbewegen…
Zur Abwechslung haben wir mal wieder einen “Wahnsinnigen & Lebensmüden” als Fahrer…er rast was das Zeug hält…egal, ob die “Empfehlung” für die Kurve gerade mal 40 wäre, er nimmt sie mindestens mit 70 oder 80 km/h, schliesslich kann ER ja fahren!!! Wir Passagiere können den Fahrer “kontrollieren”, indem hinten die gefahrene Geschwindigkeit via leuchtender Digitalanzeige angezeigt wird….doch was nützt es??? Wenn ich mich trotzdem etwas versuche zu entspannen, mein Blick aus dem Fenster wandert und die unzähligen Kreuze am Strassenrand sehen und die verschrotteten Autos und Busse, die in der Böschung unten liegen…DAS alles stimmt mich nicht sehr vertrauenswürdig Verantwortungsbewusstsein kennt hier anscheinend niemand, oder es ist ihnen schlichtweg egal, denn DER HERR wird uns schon vor dem Unheil bewahren…auch ein Weg, Verantwortung abzugeben…
Uns ist es jedenfalls während dieser halsbrecherischen Fahrt alles andere als wohl, wir haben Angst und Panik…obwohl ich schon Hunderte solcher räuberischen Fahrten hinter mir habe, doch bis auf den Unfall in Bolivien kamen wir immer sicher an. Bis anhin war ich immer entspannt und dachte, es kommt wie es kommt, es liegt nicht in meiner Macht…und ich kann es eh nicht ändern…
Das sind vielleicht auch die Gründe, warum man Jung reisen gehen sollte. Weil man dann noch weniger schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist man viel unbeschwerter und unbekümmerter…
Da sich alle guten wie schlechten Erfahrungen in unseren Zellen speichern, kommen bei einem ähnlichen Erlebnis gleich all die damit verbundenen, bekannten, erlebten Gefühle und Ängste wieder hoch…
Sicher kommen wir im bereits im Dunkeln in Arequipa an. Da Steffi und Tobi (ein herziges deutsches Pärchen) die selbe Strecke wie wir zurücklegten, teilten wir uns ein Taxi zum Hostel. Die Zimmer sind zwar muffig, doch für ein Nacht reicht es, wir alle sind müde und im Dunkel haben wir keine Lust mehr rumzusuchen…so sind wir lieber kompromissbereit…
Es ist bereits der 19. Dez., also kurz vor Weihnachten…Wie wir aus Erfahrung wissen, ist es nie leicht, über die Festtage eine halbwegs vernünftige Unterkunft zu finden. So suchen wir am nächsten Tag weiter nach etwas angenehmeren, damit wir hier in Arequipa die Weihnachtstage überbrücken können…nicht gerade unsere Traumdestination, aber es gäbe Schlimmeres…
Wir spüren, dass wir einfach nur müde sind…Reisemüde???…Ja, vielleicht…Wir haben es satt, immer dieses fette, langweilige Essen in uns zu stopfen…Südamerika käme für uns nur nochmals in Frage, mit eigenem geländegängigen Fahrzeug und mit einer Campingausrüstung, damit man sich die Mahlzeiten selber zubereiten kann…Wir vermissen es mobil und unabhängig zu sein, um den Menschenmassen entfliehen zu können. Wir sind nicht gemacht für diese hektischen, lauten, permanent hupenden Gross-Städte und die Massen. Doch dies birgt immer mehr und mehr Schwierigkeiten, denn die Weltbevölkerung steigt enorm, und immer schneller…die ersten Milliarden sind erreicht, die nächsten immer schneller…Es wird zu unserer grossen Herausforderung werden, überhaupt noch irgendwo zur Ruhe zu kommen, aufzutanken und seinen Frieden zu finden…denn überall werden wir von ohrenbetäubendem Lärm und Menschenmassen eingekesselt!!!
Aber die letzten 20 Jahre, wo ich nun vorallem vermehrt in Asien und Lateinamerika gereist bin, hat sich diese negative Veränderung von ÜBERBEVÖLKERUNG spürbar gezeigt!!! Da fragt man sich wirklich ernsthaft, wo das denn alles noch hinführen und enden wird???
Wir ahnen nichts Gutes…es muss unweigerlich zu einem Kollaps führen…eher früher als später…die Wirtschaft liegt weltweit am Boden…die ganze Welt spielt verrückt…es muss unweigerlich zu Kriegen führen oder zu Seuchen, die verbreitet werden (z.T. bewusst…z.T. ungewollt…), um die Menschenmassen zu dezimieren…tragisch, aber irgendwie befürchten wir,
u-n-a-u-s-w-e-i-c-h-l-i-c-h…
Oder, wenn man dem Buch von Dan Brown , INFERNO, glauben schenkt, dann könnte auch eine steuerbare Unfruchtbarkeit der Menschen durch Genmanipulation der Überbevölkerung entgegen wirken…Wie auch immer, ETWAS wird und muss geschehen, was auch immer, wir werden’s sehen…
So, entschuldigt mich, ich bin mal wieder abgedriftet…
Die folgenden Tage, hahahaaaa, wenn alle anderen sonst im Weihnachtsstress sind, sind wir im Google Fieber…denn es ist mal wieder dringend an der Zeit, neue Pläne zu schmieden…Keine Ahnung was wir wollen, was wir sollen…ausser eins: weg aus Südamerika!
Wir checken viele potentiellen Möglichkeiten, bis wir uns endlich für eine entscheiden können und “Nägel mit Köpfen” machen…
Doch zuvor besuchen wir gemeinsam mit Steffi und Tobi noch das schmucke, ehemalige Kloster “Convento Santa Catalina”…Eine verwinkelte, kleine Stadt hinter hohen Mauern. So traumhaft es wohl auf den ersten Blick auch erscheinen mag, doch die engen, düsteren Zimmer, die Gefangenschaft, die Machenschaften, und die zum Teil angst- & furchteinflössenden Bilder an den Decken & Wänden…da würde ich hochgradig depressiv werden!!! Irgendwann wird’s uns allen Vieren zu viel, wir ergreifen die Flucht und gehen schnellst möglich in eine Kneipe ein Bier trinken, um unsere betrübte Stimmung zu heben
…ist viel günstiger als Anti-Depressiva, schmeckt besser und wirkt schneller
und bei gut dosiertem Konsum völlig NEBENWIRKUNGSFREI!!!
Unser Glückstag!!! Endlich geht’s wieder los…und weiter…30.12.14…wir fliegen am Nachmittag von Arequipa über die herrliche Dünenlandschaft Süd-Perus, bevor wir 2 Stunden später in Lima landen. Es ist 5pm, und da wir erst um 11pm unseren Weiterflug haben, ist es noch viel zu früh um einzuchecken…alles üben wir uns mal wieder in Geduld und harren ein paar Stunden aus…
Als wir 3 Stunden vor Abflug einchecken können sind wir zum Einen erleichtert, doch zum Anderen erfahren wir, dass sich unsere Abflugzeit nochmals um 5-6 Stunden verspätet!!! Na HALLELUUUUUJAAAAAAAA!!!
Immerhin dürfen wir nun durch die Passkontrolle, in den unterkühlten Transitbereich, wo wir uns zumindest auf eine Sitzbank im Wartebereich legen konnten…ans Schlafen war natürlich nicht zu denken, doch immerhin die Augen zu schliessen war eine kleine Wohltat…
Irgendwann trudelte der verspätete Jet Blue Flieger doch noch ein und wir haben endlich Zeit ca. 7 Stunden zu dösen, bevor wir am nächsten Tag, am Mittag in Fort Lauderdale ankommen. Amerika ist definitiv NICHT UNSERE TRAUMDESTINATION, aber es war die preiswerteste Option, um aus Südamerika wegzukommen!!!
Nach dieser etwas beschwerlichen Reise sind wir froh, haben wir hier für eine Nacht einen Zwischenstopp eingeplant und schon ein Zimmer im “Motel 6” (Elisabeth, weisst du noch??? ) reserviert…So können wir ohne lange “Sucherei” feudal ins nächste Taxi setzen, dass uns direkt zum Motel bringt
Dann, Schlafen, Duschen, und uns auf die Jagt nach etwas Essbarem machen Schliesslich ist heute der 31., der letzte Abend im 2014, da will man sich doch nochmal so richtig was Gutes gönnen
na ja, um auf die Pauke zu hauen, sind wir definitiv zu müde…und was die Verpflegungsmöglichkeiten in der “näheren” Umgebung (sprich: Laufdistanz…denn im Ami-Land ist ja niemand zu Fuss unterwegs, jeder hockt sich da für ein paar Meter in die Karre…) anbieten, ist definitiv kein Highlight! Es gibt die Wahl zwischen Mc Donalds und 3 Tankstellen-Shops…mit Burritos, die man in der Microwelle heiss machen kann, damit sicher auch die letzten Vitamine noch ganz tot sind…Lecker
So verbringen wir unseren Silvester mit pampigen Burritos (etwas Abwechsung muss sein, denn schliesslich gab es an Weihnachten einen ekligen Burgen
) und einer Flasche Rotwein…aber egal, wir sind ja eh einfach nur müde und mit feinem Essen gar nicht verwöhnt…
Das neue Jahr starten wir mit früh aufstehen, so haben wir ja auch was davon und fahren bereits um 6 Uhr zum Flughafen…
FORTSETZUNG FOLGT…HABT NUR NOCH EIN BISSCHEN GEDULD…