Reisetagebuch Teil 15

 

1. August 2012…unser Nationalfeiertag MusikMusikMusik

 

Da uns die Mücken sooooooooooo vollgestochen haben brechen wir die Mission “Larchwood Lake” ab und suchen uns ein freundlicheres Campingquartier…Später wird sich herausstellen, dass es gar nicht so einfach ist, oder wir mal wieder einfach etwas zu wählerisch sind (das kann natürlich auch sein Flirten - Mann)…In der Nähe liegt ein weiter kleiner See, Tamarack Lake, der zwar sehr idyllisch liegt und seelenruhig zugleich, denn wir waren zur Zeit die einzigen Anwesenden…aber die Mückenproblematik schien hier dieselbe zu sein…also weiter…

Der Wasa Lake Prov. Park ist bereits für die kommenden Tage vollständig ausgebucht…

So fahren wir eine weitere Schotterpiste mit unzähligen Schlaglöchern zum Lakit Lake hoch. Es überrascht uns nicht, dass wir weit und breit die einzigen sind…Alles wirkt ein bisschen versifft, ungepflegt, viel Müll  und Schädelknochen liegen herum…irgendwie doch nicht so ganz einladend…man weiss ja nie so genau, was hier alles so herumstreunt, sei es Mensch oder Tier…aber unser Bauchgefühl sagt uns: besser was angenehmeres suchen…denn wenn man die “falschen” Nachbarn kriegt, ist es nicht ganz so toll, alleine in der Natur zu sein…weit weg vom Schuss…

Beim Horseshoe Lake lassen wir uns dann nieder…zwar zum Baden und Fischen nicht ideal, aber für eine Nacht okay…Rund um den See befinden sich einige (gratis) Campplätze.  Es fasziniert uns immer wieder, dass man hier in Kanada auch beinahe alle Wald- und Flurwege befahren darf, ausser sie sind privat…so viele KM Schotterstrasse wie hier, bin ich noch nie gefahren. Unser Auto sieht auch dementsprechend aus…ES STEHT VOR STAUB UND DRECK!…aber wie wir wissen, der nächste heftige Regen kommt bestimmt!!!

 

…Insider…Zwinkerndes Smiley…Für eine gute Wurst benötigt es KEINEN Senf…es gibt aber Innerschweizer, die das immer noch nicht wissen…Zwinkerndes Smiley…aber da wir in Kanada ja eh keine feine Bratwurst kriegen, stellt sich dieses Problem auch nicht…Smiley

Zur Feier des National-Feiertages gibt es Schnitzeli, grüne Bohnen und neue Kartoffeln mit Knoblibutter… und dazu zwar kein Feuerwerk, aber dafür einen traumhaften Sonnenuntergang…einfach Hammer!!!

 

 

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2. Aug.12…Als wir am Morgen wieder starten wollen, entdecken wir, dass wir die Abdeckung von unserem Rücklicht & Blinker unterwegs verloren haben…Na ja, bei diesen vielen Schotterpisten die wir in letzter Zeit gefahren sind, wundert es uns überhaupt nicht. Also steht heute der Garagenbesuch, der Dodge-Vertretung in Cranbrook an. Der Mechaniker ist erstaunt darüber, denn das hätte er noch nie gehabt, dass gerade das gesamte Teil abgefallen ist. Leider haben sie das Ersatzteil nicht an Lager, aber bis morgen kann er es besorgen….Sehr gut…Smiley…Er gibt uns noch eine Kopie der Reparatur-Auftragsbestätigung mit, falls uns die Polizei aufhält (würde also eine Busse geben…)…Wir vereinbaren für kommenden Tag einen Termin für die Reparatur…und unser defektes Licht lassen wir gleich auch flicken (mit Licht fährt sich’s besser in Tunnels)…Da es abends meist noch sehr lange hell ist und wir nie solange unterwegs waren, war es bis anhin kein Problem…und Tunnels haben sie hier zum Glück nur ganz wenige Flirten - Mann

….und im Geheimen hoffen wir, dass bei einer Reparatur auch eine Reinigung von unserem Polarbär inklusive ist… Zwinkerndes Smiley…das würde uns natürlich riiiiiiiesig freuen Smiley mit geöffnetem Mund

Danach besuchen wir Fort Steele, einen Heritage Town. Die weisse Besiedlung der Region begann mit dem Kootenay Gold Rush im Jahre 1864. Ein erster Posten der North West Mounted Police entstand 1887 und daraus das Fort Steele. Den Mounties gelang es, bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Einwanderern und Indianern weitgehend zu verhindern. Ende des 19. Jahrhunderts war aus Fort Steele eine Stadt geworden (um die 4000 Einwohner). Mit dem Bau einer Eisenbahnlinie, die Fort Steele umging und 1898 einen Bahnhof in Cranbrook  (heute eine der grössten Städte in der Region) erhielt, begann jedoch ihr Niedergang, und bereits 1910 wurde sie zur Geisterstadt verkommen.

Fort Steele ist neben Barkerville das beste Living Museum in BC.  Es wurde auch hier mit viel Liebe zum Detail , Häuser, Geschäfte, Polizeiwache & Werkstätten, hergerichtet. Zeitgenössisch kostümierte “Bewohner” spielen überall im Dorf Episoden vom Aufstieg und Niedergang der Stadt “open air” nach….sehr amüsant und unterhaltsam Smiley

 

Patrick hat heute einen Glückstag Smiley mit geöffnetem Mund….endlich hat er eine Goldwaschpfanne erwerben können (7 Dollar)!!! Am späteren Nachmittag, wenn es nicht mehr ganz so heiss ist, versucht er sein Schürfer-Glück…Bei der Touristeninfo erhielten wir eine kleine Karte, wo aufzeigt, wo es erlaubt ist, zu suchen…Ist hier oft nicht ganz klar und nicht ganz einfach (weiss bei den Einheimischen auch niemand so genau), denn viele Parzellen gehören sogenannte Claims, also in diesen Zonen gilt: strengstens verboten!!! Von einen  Fort Steele Mitarbeiter erfuhren wir allerdings, dass im gesamten Alberta (Bundesstaat östlich von British Columbia) erlaubt ist, überall zu suchen …das erfreut Patrick umso mehr!!!

Eigentlich hatten wir gestern Abend gerade noch beschlossen in Richtung Grand Forks zurückzufahren, unsere “Queen Mary 2” abzuholen und dann weiter über die Grenze nach Amerika zu reisen…Wir hatten gerade irgendwie das Gefühl, dass es Zeit für Neues ist…aber nun???…so schnell geraten neu geschmiedete Pläne wieder ins Wanken…und das ist auch gut so…darum planen wir von Tag zu Tag immer wieder neu…

Heute Abend/Nacht geniessen wir wildes Campen am Fluss, gemeinsam mit Nachbar Blitz, Regen und Donner…schliesslich müssen wir nun wieder einen günstigen Übernachtungsplatz haben, denn mit den morgigen Reparaturen für unser Auto, geht wieder ein grosser Batzen weg…In Kanada gibt es sogenannte Crownlands, sogenanntes Niemandsland, welches an sehr alte Gesetze der Gründungszeit gebunden ist….wenn man weiss wo die sind, darf man dort ganz legal campen Zwinkerndes Smiley…sehr Kosten sparend und Budget schonend…Zwinkerndes Smiley

 

 

3. – 7. Juli…Wir campen immer noch am selben Ort…Seither sind wir beide wie “wild” am Gold suchen. Natürlich mussten wir für mich auch eine 2. Pfanne besorgen, denn auch ich bin vom Fieber infiziert. Bis am Mittag ist das Wasser im Fluss eisig kalt und wir frieren uns beinahe die Finger und Füsse ab. Dafür ist es nachmittags umso angenehmer im kühlen Wasser zu sitzen und sich abzukühlen…Die Temperaturschwankungen sind enorm…

Die kleine Reparatur für unser Auto hat uns stolze 500 Dollar gekostet und unser Fahrzeug ist nach wie vor dreckig…Schade, die Autowäsche war nicht inklusive…schlechter Kundendienst…na ja, der nächste Regen kommt bestimmt…Zwinkerndes Smiley…nun müssen wir natürlich schon reichlich Gold finden, bis die Kosten wieder gedeckt sind…

Es ist aber wirklich erstaunlich, “wie viel” man hier finden kann. Natürlich sieht es auch in einem kleinen Gläschen nach “wenig” aus, aber man kann es durchaus erkennen… Smiley mit geöffnetem Mund…und wir erfreuen uns an jedem Flitter. Wir können leicht nachvollziehen, wie vielerorts auf dieser Welt immer wieder das Goldfieber ausgebrochen  ist. Patrick hat sein Glück ja bereits in der Schweiz, im Napfgebiet versucht, Gold zu finden. Im Vergleich nun zu hier, sind wir viiiiiiiiiiiiel erfolgreicher…denn in fast jeder Pfanne machen wir einen glitzernden Fund und manchmal glänzt sie so richtig…genial!!!

 

Ab der zweiten Nacht kriegen wir hier am Fluss ganz, ganz nette Nachbarn Smiley Susan und John aus Fernie.  John ist ursprünglich Italiener und kam mit seinen Eltern nach Kanada, als er 5 Jahre alt war…a long, long time ago…

Die Zwei sind einfach wieder unglaublich und sie verwöhnen uns morgens täglich mit feinem, frisch gekochtem Kaffee…dann werden wir zu einem köstlichen BBQ eingeladen und am letzten Morgen noch mit einem fantastischen Frühstück!!! Wir genossen die gemeinsamen gemütlichen Stunden mit den Beiden sehr, und es ist immer wieder eine grosse Bereicherung für uns, nette Menschen zu treffen und sich gegenseitig Auszutauschen und wie zB. ein Lagerfeuer gemeinsam zu geniessen…Solche Begegnungen machen eine Reise erst zu dem, was sie ist und in der Regel bleiben einem solche wertvollen Augenblicke ein Leben lang in guter Erinnerung!!! Natursehenswürigkeiten etc. sind schön, aber bereichernd sind besondere Momente mit liebenswürdigen Menschen…und wer weiss, jedes 2. Jahr reisen John und Susan nach Italien um ihre Verwandten zu besuchen, wenn wir ja dann irgendwann wieder zurück in der Schweiz sind, wäre ein Wiedersehen nahe…Zwinkerndes Smiley…Würde uns riesig freuen, wenn wir dann die beiden Lieben etwas verwöhnen dürften!!!

 

Manchmal ist es schon nicht so einfach, anzunehmen…Aber mit unseren kleinen notdürftigen “Küche” sind wir natürlich auch sehr eingeschränkt, jemand zu bekochen und zum Essen einzuladen. Unsere Töpfe, Pfannen etc. reichen gerade mal für 2 Personen…

Manchmal müssen wir für die Kanadier schon ein komisches Bild abgeben und ich glaube, manche haben irgendwie auch ein wenig Mitleid mit uns…Wenn ich unser Essen zubereite, muss ich zum Rüsten das Schneidebrett auf meinen Schoss legen und so im Sitzen schnippeln… nebenan die Wassergelte zum gelegentlichen Gemüse- und Hände waschen…und vor mir die kleine Herdplatte…einzige Ablage: der Boden und die kleine Kühlbox…für uns reicht es vollkommen aus…und gerade das Wenige macht es aus!!! Für die meisten Kanadier natürlich beinahe unvorstellbar, denn die meisten sind bestens zum Campen ausgerüstet, mit grossem Fahrzeug und allem drum und dran…Aber wir sagen einmal mehr: weniger ist oft mehr!!!

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Aiaaaaaaaaaaaaa, gestern Abend nahm ich im Fluss noch kurz ein erfrischendes Bad und als ich aus dem Wasser kam, in meine Flipflops steigen wollte, bin ich beinahe auf eine Schlange getreten….iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii….nöd gern…Trauriges Smiley…im letzten Moment konnte ich meinen Schritt noch etwas vergrössern und bin zum Glück daneben gestanden…Das doofe Ding hat sich dann unter einem Stein verkrochen und jedes mal, wenn wir zum Wasser holen wieder zum Fluss runter mussten, hinterliess es so ein bisschen ein komisches Gefühl…ist sie noch da oder wo erschreckt sie uns das nächste mal???

 

Gefährliches Kanada!!!